27. Mai 2020

RETRO-FILM

Vergessen war gestern, wir sprechen darüber!

24 Stunden bis zur Hölle (1988)

Kritik: 24 Stunden bis zur Hölle (1988)

24 Stunden bis zur Hölle (1988)

Colonel Smith macht sich mit einer bunt zusammengewürfelten Privatarmee nach Angola auf, um seinen Sohn Michael aus den Fängen des dortigen Polizeistaat-Regimes zu befreien. Die “Festung der Skelette” erweist sich als streng bewachtes Hindernis, doch mit Hilfe schwarzer Rebellen gelingt es Smith und seinen Männern, dort einzudringen. Sie befreien Michael und töten den skrupellosen Sicherheitschef Major Schneider, um schließlich im Rolls Royce des Rebellenführers und mit einem Diamantenschatz in die Zivilisation zurückzukehren…


Söldner-Streifen gibt es wie Sandkörner am Meer, manche eher schlecht als recht. Doch wider-rum gibt es ein paar Perlen in diesem Sub-Genre, doch leider gehört 24 STUNDEN BIS ZUR HÖLLE von 1988 nicht dazu. Es ist immer schade mit anzusehen, wenn trotz eines interessanten Casts, die Umsetzung drunter leidet und die Schauspieler nicht ihr Potenzial und Ausstrahlung zum besten geben können.

Doch woran lag es? Am Regisseur? Meiner Meinung nach eher nicht, denn ein nicht ganz unbekannter und untalentierter Mann namens John ‘Bud’ Cardos nahm auf dem Regiestuhl Platz. Wer mit diesen Namen nichts anfangen kann, der sollte sich an Filme wie MÖRDERSPINNEN (1977), MUTANT II (1984) und ACT OF PIRACY (1988) erinnern, denn an diesen Filmen war er beteiligt und bewies das er ein Auge für bewegte Bilder hegte.

Ist es die Besetzung von 24 STUNDEN BIS ZUR HÖLLE? Nein, denn namenhafte Schauspieler agierten vor der Kamera und stapften durch die heiße Wüste und versuchten ihr bestes zu geben. Allen voran Ernest Borgnine, den man vor allem auch aus der erfolgreichen TV-Serie AIRWOLF als Co-Pilot kennt. Doch war Ernest auch in vielen Spielfilmen ein markantes und vor allem beliebtes Gesicht in Hollywood. Sei es Action, Thriller oder auch Katastrophenfilme, er war in vielen Genres zuhause. Doch die Besetzungsliste ist noch mehr mit Namen bestückt. Robert Vaughn, Oliver Reed, Daniel Greene (auch gut als PACO bekannt) und Robin Townsend versprechen einen unterhaltsamen Streifen.

Doch was nützen gute Schauspieler, ein fähiger Regisseur wenn das Drehbuch versagt. Genau dies ist daran Schuld das der Film nicht an andere Vertreter aus dem Sub-Genre zumindest ankratzt. Die meiste Spielzeit des Films sieht man die Protagonisten durch die Wüste stapfen, hin und her fahren. Actionlastig sieht anders aus, hin und wieder ein paar Shootfights, wobei man vergessen hat das Waffen zumeist ein Mündungsfeuer haben. Zudem sind Kulissen sehr stark als bemalte Holzwand erkennbar, diese Punkte schmälern schon sehr den Unterhaltungswert.

Die Story des Films schweift zudem zu oft vom Hauptplot ab. Gut, dies kann funktionieren wenn die Nebenplots zum Hauptplot passen und zueinander führen. Doch in 24 STUNDEN BIS ZUR HÖLLE werden sie angeschnitten und nicht weiter verfolgt. Dies führt den Zuschauer ins Leere und wirft unnötige Fragen auf. Auch was den rauhen Ton der Söldner angeht, wurde hier zuviel mit Samthandschuhen angefasst. Söldner sollen laut Klischees, hart, rauh, gewaltbereit und skrupellos sein. Doch dieses Bild wird dem Zuschauer nur sehr schwach vermittelt bzw. virgegaukelt.

Bislang ist dieser müde Actioner in Deutschland nur auf VHS vom Label IHV und EGMONT verfügbar, wobei die Auflage von EGMONT leicht gekürzt im Handel erschien.


 

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