Kritik: Amazonia – Kopfjagd im Regenwald (1985)

Amazonia - Kopfjagd im Regenwald

Unerwartet und plötzlich werden Catherines Eltern im Dschungel von einem Kannibalenstamm überfallen und grausam getötet. Sie selbst wird tief in die grüne Hölle entführt. Nun muss sie die furchtbaren Rituale der Eingeborenen ertragen und erlebt schreckliche Dinge im Lager der Kannibalen. Der einzige Ausweg scheint eine Flucht aus der grünen Wildnis zu sein…


Was zeichnet einen klassischen Kannibalenfilm aus? Da sind mehrere Aspekte die manche Zuschauer verurteilen, andere hingegen ersehnen. Die Rede ist von Tier-Snuff Szenen, ich möchte hier jetzt keine Diskussion entfachen, aber es gibt zahlreiche Film-Liebhaber die solche Szenen bei einem klassischen Kannibalenfilm erwarten. Zudem kommen noch Dinge wie die Kannibalen, halbnackte, wilde Stämme, die weit im inneren des Dschungels leben und sich von ahnungslosen Touristen oder Forschern ernähren. Das typische Klischee das zwei gegensetzliche Kulturen aufeinander prallen ist selbstredend und trägt einen großen Teil dazu bei.
Hinzu kommen noch attraktive Frauen, die entweder in knappen, offenen Outfits durch den Dschungel schreiten oder sogar mal die obere Körperbekleidung komplett ablegen.
Wie andere Filme soll der Film auf wahren Begebenheiten beruhen, einen leichten dokumentarischen Touch und teilweise in der Erzählweise deutlich erkennbar, wird dies versucht dem Zuschauer näher zu bringen. Angefangen mit einer langen und recht informativen Rückblende der Geschehnisse, Erlebnisse unserer Haputdarstellerin Elvire Audray. Die schlanke, attraktive junge Frau wird verschleppt, erkennt jedoch nach einem Jahr das der Krieger Umukai und sein Stamm nicht die Mörder ihrer Eltern sind und sinnt auf Rache. Elvire Audray spielte 1983 im Fantasy-Abenteuer ER – STÄRKER ALS FEUER UND EISEN mit, zudem war sie auch in HEISS, SCHARF UND KNUSPRIG von 1986 zu sehen. Im Jahr 2000 beendete sie ihr Leben durch einen Selbstmord aus ungeklärten Gründen.

Doch der Film Amazonia – Kopfjagd im Regenwald legt einen anderen Weg als andere Kannibalenfilme ein. Eine sich langsam aufbauende Liebesgeschichte zwischen zwei Kulturen hebt sich deutlich vom Genre ab. Die Herangehensweise an die Thematik zweier Kulturen die mit ihren Bräuchen und Sitten aufeinander treffen wird behutsam und nur durch Einsatz weniger Splatter-Effekte filmisch verarbeitet. Durch den Einsatz solcher Aspekte baut sich eine interessante Story auf. Mit guter Tiefe und ausdrucksstarken Bildern.
Die Kulissen und die Darstellung der Kannibalen sind ordentlich gewählt und recht glaubwürdig in Szene gesetzt worden. Obwohl man aus dem Land Italien ganz andere Kannibalenfilme gewöhnt ist, kann der Film gut mithalten. Auch wenn man typische italienische Dinge wie den Soundtrack hier arg vermisst. Die Atmosphäre ist somit anders wie schon die Story an sich. Wer sich einen deftigen, heftigen Streifen wie CUT AND RUN, EATEN ALIVE wünscht, wird hier recht schnell verdutzt auf die Mattscheibe starren.