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An einem Tag wie jeder andere (1955)

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Handlung

Drei aus dem Zuchthaus ausgebrochene Schwerverbrecher dringen mit Waffengewalt in die Vorortvilla der Familie Hilliard ein. Sie wollen sich dort vor der Polizei verbergen, bis von einer Komplizin Geld für die weitere Flucht eingetroffen ist. Um nicht aufzufallen, zwingen Gangsterboss Glenn Griffin, sein Bruder Hal und der schwerfällige Hüne Kobish alle Familienmitglieder, ihr Leben so weiterzuführen, als sei nichts geschehen. Dan Hilliard und seine 19-jährige Tochter Cindy müssen morgens zur Arbeit gehen. Als Geiseln bleiben Dans Frau Eleanor und ihr zehnjähriger Sohn Ralphie zurück. Aus Sorge um ihr Leben beschließen Vater und Tochter, die Polizei nicht zu verständigen.

Kritik

Regisseur William Wyler der unter anderem auch für “Ben Hur” (1959) hinter der Kamera stand, inszenierte 1955 den Film “An einem Tag wie jeder andere”. Ein Drama-Krimi Mix basierend auf einem Theaterstück von Joseph Hayes. Hayes schrieb auch das Drehbuch für den Film. Der Film inszeniert einen Psycho-Krieg als Kammerspiel.

Hollywood-Legende Humphrey Bogart schlüpfte wieder mal auf die böse Seite und mimt im Film den Schurken Glenn Griffin. Schon schwer von seiner Krebskrankheit gezeichnet gab er dennoch sein volles Können und bewies sein schauspielerisches Talent. Nur zwei Jahre später erlag Bogart seiner Krankheit und ging in die Hall of Fame ein.

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Fredric March schlüpfte in die Rolle des Kontrahenten von Bogart. Ein sehr konservativer, patriarchalisch geprägter Vater stellt sich dem Hass auf die Oberschicht auf Seiten der bösen Buben. Doch nicht diese Spannungen tragen zur Atmosphäre des Films bei. Auch die innerhalb der Gruppe der Gangster unterschiedlichen Ansichten, Ziele sorgen stets für angespannte Gemüter. Hinzu kommen noch kleinere Reibereien innerhalb der konservativen Familie. Somit wird dem Zuschauer eine glaubhafte und nachvollziehbare Situation gegeben. Zudem bekommt der Zuschauer wie die Familie selbst dutzende Möglichkeiten geboten, dem Psycho-Krieg zu entkommen. Jedoch bleiben Angstzustände und mögliche Folgen stets präsent und lassen das Kammerspiel auf ungeahnte Höhen aufsteigen. 

Trotz der langen Laufzeit des Films wird der Spannungsbogen stets gespannt gehalten. Die meisten Szenen spielen sich im Haus ab, nur wenige Außenaufnahmen runden das Gesamtbild ab. Das Finale des Film verbleibt ohne ein typisches Happy End und lässt nur einen kleinen Einblick in das weitere Leben der Familie. Der Film “An jedem Tag wie jeder andere” spiegelt das typische Bild einer Familie in den 50er Jahren wieder. Der Mann ist Alleinverdiener und bestimmt über die Familie, die Frau kümmert sich um den Haushalt, dazu zwei Kinder, ein Mädchen am Ende ihrer Pubertät und ein kleiner Junge. Dieses Abziehbild wurde auch für viele Sitcoms verwendet.

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“An einem Tag wie jeder andere” bekam 1990 ein Remake mit Anthony Hopkins und Mickey Rourke spendiert mit dem Titel “24 Stunden in seiner Gewalt”. Dieses Remake floppte an den Kino-Kassen und stellt nur eine müde Variante des Originals dar. 

Der Kinostart des Films “An einem Tag wie jeder andere” in der Bundesrepublik Deutschland war am 2. März 1956, die Fernseh-Erstausstrahlung am 17. Januar 1972 um 21.00 Uhr im ZDF.

Medien

“An einem Tag wie jeder andere” ist auf VHS und DVD mit einer Freigabe von FSK 16 erschienen. Die Erstauflage auf DVD des Films in einer Widescreen Edition ist mittlerweile OOP und recht selten geworden. Jedoch gibt es eine Neuauflage auf DVD für den schmalen Geldbeutel.

Trailer

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