2. Juni 2020

RETRO-FILM

Vergessen war gestern, wir sprechen darüber!

Art of Horror Magazin

ART OF HORROR stand uns Rede und Antwort für ein Interview!

Art of Horror Magazin

Fast jeder Retro-Fan, Horror-Freak kennt das Magazin X-Rated, 32 prall gefüllte Seiten voller Berichte über Horror-Filme, sei es Klassiker oder auch Neuere Produktionen, für jeden war etwas dabei. Viele Jahre schaffte es sich das Magazin im Print Bereich zu behaupten, doch nun kam völlig unerwartet das Ende! Doch anstatt nur über Untote die wieder auferstehen zu schreiben, taten sich die Redakteure von Einst zusammen und taten es den Zombies gleich – sie standen wieder auf! Nun ist es endlich soweit und Ausgabe 1 kann man über den Shop des Independent-Verlages http://www.subversiv-shop.de bequem bestellen. Schon vor Veröffentlichung der ersten Ausgabe stand uns Chef-Redakteuer Matthias Bogner für ein kleines Interview zur Verfügung. Er erzählte uns Hintergründe, Planungen und Ideen des neuen Magazins ART OF HORROR Vol.2

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Über Matthias Bogner:

Genrekenner und Horrorfilmexperte Matthias Bogner war seit vielen Jahren Chefredakteur des erfolgreichen und bei Fans sehr beliebten X-Rated Magazins. Seit 2020 ist er Chefredakteur des Horrorfilm-Magazins „Art of Horror“. Er verfasst Booklet-Texte und ist Autor des seit langer Zeit ausverkauften Buchs „Deep Red Gore 2: Reloaded“.

Aus “X-Rated” wird “Art of Horror” – wie kam es dazu?

MB: Der MPW Verlag teilte mir Mitte Januar per E-Mail mit, dass Ausgabe 103 des X-Rated Magazins die letzte sein wird. Das war ein absoluter Schock und nicht vorhersehbar, die Verkaufszahlen waren nach wie vor sehr gut. Zuerst dachte ich daran in die Redakteur-Rente zu gehen, denn seit mehr als 15 Jahren steckte mein Herzblut in dieser Zeitschrift und ich wusste nicht, ob ich die Kraft habe etwas Neues aufzubauen. Allerdings erreichten mich wirklich viele Zuschriften von Lesern, Labels, Partnern und sogar Mitbewerbern, die mir ihr Bedauern ausdrückten und mich aufgefordert haben weiterzumachen. Zusammen mit meinem guten Freund Kevin Zindler habe ich mir dann Gedanken gemacht, wie ein Horrorfilm-Magazin aussehen könnte, welches den Geist der X-Rated atmet, aber dennoch etwas anderes ist. Zuerst war für uns klar, dass wir die Seitenzahl erhöhen würden, denn das war ein Wunsch, den viele Leser seit Jahren bekundeten, vom MPW aber ignoriert wurde. Außerdem würden wir nicht ohne ein Lektorat veröffentlichen. Wir hatten viele interessante Gespräche mit verschiedenen Interessenten. Es war alles dabei vom Big Player über Labels bis hin zum Independent Verlag. Letztendlichen haben wir uns für letzteres entschieden und in Michael Cholewa und seinem Subversiv Media den idealen Partner und Herausgeber gefunden. Kevin und meine oberste Prämisse war, dass wir unabhängig bleiben. Keine gekauften Reviews, keine Besprechung aufgrund einer Anzeigenbuchung. Den Namen „Art of Horror“ haben wir gewählt, weil es der Ursprung des X-Rated Magazins war. Andreas Bethmann veröffentlichte 1993 ein Fanzine mit Schnittberichten unter dem Namen. Da die Markenrechte nicht vergeben waren, haben wir uns entschlossen unter diesem Titel zu veröffentlichen. Um zu verdeutlichen, dass es sich um etwas Neues handelt, haben wir ein „Vol. 2“ als Titelzusatz gewählt.

Wer gehört zum Team und was verbindet euch?

MB: Das Team der X-Rated Redaktion ist komplett vertreten. D.h. neben Kevin Zindler und mir sind Christoph N. Kellerbach, Tom Graupner und Tom Burgas dabei. Ebenfalls als freie Mitarbeiter dabei sind Sam Freissler und Florian Wurfbaum. Inhaltlich weiß man also genau, welche Qualität man bekommt, wenn man sich eine Ausgabe „Art of Horror“ kauft. Uns alle verbindet die Liebe zum Horrorfilm.

Was macht für euch den Reiz am Horrorfilm aus?

MB: Ich kann da jetzt nur für mich sprechen. Seit meiner Jugend sind Horrorfilme – neben der Musik – meine Leidenschaft. Horrorfilme haben einfach etwas Magisches. Man taucht ab in eine Welt voller Gefahren, voller Grusel und scheußlicher Monster. Absoluter Nervenkitzel. Trotzdem ist man sicher. Wie in einer Geisterbahn. Natürlich war da am Anfang auch der Reiz des Verbotenen dabei, aber das hat sich längst gelegt. Horrorfan zu sein bringt aber auch eine gewisse Außenseiter-Attitüde mit sich, denn bei einem Großteil der Bevölkerung sind Horrorfilme noch immer verpönt.

Ist ein Print-Magazin in der heutigen Zeit noch sinnvoll?

MB: Im Nischenbereich auf jeden Fall. Besonders Horrorfans haben gerne etwas Physisches in der Hand. Egal ob bei Filmen oder eben bei Zeitschriften. Wir verstehen „Art of Horror“ auch nicht als Wegwerfprodukt, sondern als Sammelobjekt. Wir haben uns extra für Qualität entschieden und lassen das Magazin in Deutschland drucken. Man wird sicherlich nicht reich mit einem Print-Magazin im Nischenbereich, aber man hat eine treue, feste Fanbase und für diese lohnt es sich definitiv ein Printmagazin anzubieten.

Wie seht ihr die Zukunft der “Fanzines” allgemein?

MB: Die Fanzines haben sich ins Internet verlagert. Es gibt unzählige Blogs, die sich mit dem Thema Horrorfilm beschäftigen. Das bietet dem Interessenten natürlich eine ungeahnte Vielzahl an Möglichkeiten, um sich eine Meinung zu bilden. Ich würde mir aber wünschen, dass sich wieder mehr Leute trauen würden, auf Print zu setzen. Am besten so richtig „old school“ – so wie früher – ein Layout mit eigenen Texten erstellen, diese ausdrucken und kopieren und anschließend zusammenheften. Zum Schluss auf dem Schulhof gegen Kleingeld verteilen. (lacht)

Worauf können sich eure treuen Leser in Zukunft freuen?

MB: Auf 56 Seiten voll mit Themen rund um den Horrorfilm. Egal ob Besprechungen zu Neuerscheinungen, Specials zu Filmklassikern wie „Freitag, der 13“ oder exklusive Interviews. Neben Tom Graupners Untergrund-Kolumne gibt es auch eine Kolumne über VHS-Filme, die in Deutschland noch nicht auf DVD oder Blu-ray erschienen sind.

Wie oft erscheint “Art of Horror”?

MB: Das kommt darauf an, wie das Magazin angenommen wird. Bisher haben wir geplant, dass „Art of Horror“ einmal im Quartal erscheint. Kommt das Magazin allerdings sehr gut an, dann können wir uns auch vorstellen auf einen 2-monatlichen Rhythmus umzustellen. Finden wir keine Abnehmer, dann überlebt das Magazin vielleicht nur 2 Ausgaben. Wer weiß das schon? (lacht)

Was sind bei euch in der Redaktion die “Classics” des Horrorfilms?

MB: Wir haben alle verschiedene Geschmäcker, aber ich denke bei den Klassikern wie „Tanz der Teufel“, „Dawn oft the Dead“, „Halloween“ oder „A Nightmare on Elm Street“ sind wir uns einig. Aber schon bei der Frage ob Fulci oder Argento könnte es zu einem handfesten Gemenge kommen. (lacht)

Veranstaltet ihr auch gemeinsame Sichtungen?

MB: Da wir alle über ganz Deutschland verteilt sind, ist das extrem schwer. Aber durch die Corona-Krise haben sich gemeinsame Filmerlebnisse über Skype etabliert, vielleicht machen wir das demnächst. Wenn es dazu kommt, laden wir Dich gerne dazu ein.

Welche Ära würdet ihr als Blütezeit des Horrorfilms ansehen?

MB: Die 80er. Punkt.

Gibt es bestimmte Filme oder Kategorien, die bei euch keinen Platz finden?

MB: Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern, die eher Multimedia-Magazine sind, beschränken wir uns wirklich ausschließlich auf den Horrorfilm und was damit zusammenhängt. Wir werden keine Musik- oder Videospielbesprechungen vornehmen, solche Themen sind höchstens mal für ein Special interessant. Ansonsten wollen wir die volle Bandbreite abdecken, angefangen beim Horror-Blockbuster – vielleicht auch Blockbuster-Horror – bis hin zum Garagenmassaker. Bei uns hat jeder Horrorfilm Platz, denn eines ist sicher: Wir lieben Horrorfilme!

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