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Dark Society (1989)

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Handlung

Bill Whitney wächst in reichen Verhältnissen in Beverly Hills auf. Von seinen Eltern wird er im Gegensatz zu seiner Schwester Jenny aber nicht voll akzeptiert, weshalb ihm schon bald Zweifel an seiner Abstammung kommen. Die Gerüchte über bizarre Orgien seiner Eltern auf Luxuspartys helfen nicht gerade diese Zweifel zu zerstreuen. Als ihm ein Freund, der kurz darauf stirbt, Tonbandaufnahmen von den nächtlichen Eskapaden seiner Eltern vorspielt, beginnt er, selbst nach dem Geheimnis hinter dem Geheimnis zu suchen. Schon bald muß er feststellen, daß die Gerüchte grausame Wirklichkeit sind. Eine elitäre Gesellschaft von Aliens, der auch Bill’s Eltern angehören, tötet und frißt auf geheimen Partys Menschen. Und der nächste auf dem Speiseplan ist Bill…

Kritik

Brian Yuzna’s Regiedebüt SOCIETY, über einen jungen Mann (Billy Warlock aus BAYWATCH), der seine versnobte, augenscheinlich streng konservative Familie als grausig-pervertierten Orgien-Kult für die sogenannte High Society entlarvt, ist “WEIRD MOVIE” par Excel Lance und eine bissig-schwarzhumorige Gesellschaftssatire und unverhohlene Kapitalismuskritik.
Dabei kommt die Horror-Komödie im ersten Drittel zwar schleppend in Fahrt, ist jedoch im Originalton herrlich bissig und unterschwellig giftig-ironisch. Gemeine, gegenseitige Frotzeleien und sich genüsslich steigernde, hasserfüllte Boshaftigkeiten spielen, ungezwungen und spontan, mit der trügerischen Prämisse “HEILE FAMILIENWELT versus REBELLISCHEN ABTRÜNNIGEN”. Die deutsche Synchro ist zu meiden, weil leider lustlos und ausdrucksschwach besetzt, der freche Humor geht deutlich verloren.
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Die Logiklücken und wenigen Längen im Mittelteil des Streifens sind zu verschmerzen, denn die letzten fünfundzwanzig Minuten entschädigen für alles Negative:
Regisseur Yuzna, der sich schon als Produzent der LOVECRAFT’schen Horrorpersilflage RE-ANIMATOR einen Namen machte, greift zum “GORE-‘N-SPLATTER-Dampfhammer” und überdreht den, bis dato an Horror’esken, genretypischen Schauwerten eher harmlos-ereignisarmen Film, zur finalen Eskalation. Seine kranken Fantasien kumulieren mit solchen des japanischen Special-Effect-Weirdos Joji Tani, besser bekannt und berühmt berüchtigt unter seinem Künstlernamen SCREAMING MAD GEORGE, welcher sich so richtig austoben durfte, indem er die innere Hässlichkeit der raffgierigen Kapitalisten-Elite äußerlich zum Vorschein bringt:
Irrsinnige Metamorphosen, sich dehnende und miteinander verschmelzende Körper, sowie verrückte Verwandlungen und Deformationen lassen das Fan-Herz solcher Genrekunst vor Freude überspringen und den schrägen, schwarzen Humor von SOCIETY endlich zur Gänze von der Kette.
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Der Flick stand, wie viele andere “Leidensgenossen” der HORROR-80er, Jahrzehnte auf dem Index, wurde 2012 endlich erlöst und mit FSK16 bedacht.
SOCIETY ist für ekelresistente Kenner des Milieus ein “Komplettierungsmuss” und dürfte auch Einsteigern in den splattrig-gorigen BODYHORROR-Bereich dienlich sein, da es ja erst zum Schluss “richtig heftig” wird, wobei dieses “Gütesiegel” natürlich stets subjektiv, und der Entstehungszeit geschuldet, ausfällt.

Medien

“Dark Society” ist auf VHS, DVD und Blu-ray mit einer heutigen Freigabe von FSK 16 erhältlich. 

Trailer

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