Dead Heat (1988) Wenn die Cops schon tot sind
Wenn die Cops schon tot sind – ein 80er-Buddy-Movie voller Leichen, Lacher und Latex
In den 80ern konnte man alles mixen – solange Explosionen, Sprüche und Synthie-Sounds dabei waren.
Und Dead Heat ist das Paradebeispiel dafür: ein Buddy-Cop-Film mit Zombies, Splatter und Comedy, der heute Kultstatus genießt.
Regisseur Mark Goldblatt, der eigentlich als Cutter für Klassiker wie Terminator und Predator bekannt war, durfte hier einmal selbst auf dem Regiestuhl Platz nehmen – und drehte einen Film, der sich anfühlt wie Tango & Cash auf der Bahre.
Handlung – Cops gegen Untote
Detective Roger Mortis (Treat Williams) und sein Partner Doug Bigelow (Joe Piscopo) sind zwei hartgesottene Cops aus Los Angeles.
Als sie bei einem Überfall auf einen Juwelier zwei völlig unzerstörbare Räuber ausschalten, stoßen sie auf etwas Unheimliches:
Die Täter waren bereits tot, bevor sie den Laden ausgeraubt haben.
Die Spur führt zu einem geheimen Laborunternehmen namens Dante Pharmaceuticals, das angeblich an neuartigen „Wiederbelebungsmaschinen“ arbeitet.

Bei einem Einsatz wird Roger selbst getötet – und von der mysteriösen Wissenschaftlerin Dr. Rebecca Smythers (Clare Kirkconnell) mithilfe dieser Technologie wiederbelebt.
Doch die Sache hat einen Haken: Er ist jetzt untot – und sein Körper beginnt in zwölf Stunden zu verfallen.
Also bleibt ihm nur ein Tag, um seinen eigenen Mord aufzuklären – und herauszufinden, was wirklich hinter den Wiederbelebungs-Experimenten steckt.
Es folgt ein wilder Reigen aus Verfolgungsjagden, Gags, platzenden Leichen und ätzendem Buddy-Banter, der in einem Finale kulminiert, das so absurd ist, dass es schon wieder brillant wirkt.
Die Hauptdarsteller – Tote Männer reden nicht, aber sie schießen
- Treat Williams als Roger Mortis:
Mit stoischer Coolness spielt Williams den sympathischen Cop, der nach seinem Tod erst richtig aufdreht.
Sein ironisch-lakonischer Tonfall und die Mischung aus Actionheld und unfreiwilligem Zombie machen ihn zum Herzstück des Films. - Joe Piscopo als Doug Bigelow:
Der Muskelprotz mit Sprüchen im Dauerfeuer.
Piscopo übertreibt herrlich – seine One-Liner sind pure 80er-Magie:
„Wenn du tot bist, musst du keine Steuern mehr zahlen – klingt verlockend!“
Er liefert den komödiantischen Gegenpol und sorgt für das typische Videotheken-Buddy-Flair. - Lindsay Frost als Randi James:
Die Kollegin, die zwischen Sympathie, Ekel und Mitleid pendelt – solide Nebendarstellerin, die den menschlichen Anker im Chaos bildet. - Vincent Price als Arthur P. Laudermilk:
Eine absolute Legende in einer kleinen, aber feinen Nebenrolle.
Price als morbider Pharmakonzernchef ist das Sahnehäubchen des Films – ein ironisches Geschenk an alle Horror-Fans.
Regie – Mark Goldblatt und der Schnitt ins Chaos
Mark Goldblatt war einer der besten Cutter der 80er (The Terminator, Commando, Predator 2) – und man merkt sofort, dass er weiß, wie man Tempo hält.
Er inszeniert Dead Heat mit viel Rhythmus, stylischer Energie und einem Hang zum Trash.
Die Action sitzt, die Effekte sind handgemacht, und das Make-up von Steve Johnson (Ghostbusters, Fright Night) liefert einige der besten Practical-Effects-Momente der Ära.

Highlights:
- eine Szene in einer Metzgerei, in der tote Tiere zum Leben erwachen – inklusive explodierendem Rinderkadaver;
- die Leichen, die sich selbst reanimieren, um Banküberfälle zu begehen;
- Treat Williams, der mit halbverrottetem Gesicht weiter kämpft, als wäre nichts gewesen.
Kameramann Robert Yeoman (später Stamm-DP von Wes Anderson) fängt das Ganze in kontrastreichen, neonblauen 80er-Tönen ein – irgendwo zwischen Re-Animator und Beverly Hills Cop.
Kritik – Zombie-Action mit Herz und Humor
Dead Heat ist keine große Filmkunst – aber eine große Videotheken-Erinnerung.
Er kombiniert Horror, Komödie und Action so hemmungslos, dass man einfach Spaß haben muss.
Die Chemie zwischen Williams und Piscopo ist spürbar, die One-Liner sitzen, und die Effekte sind für die Zeit top.
Der Film nimmt sich nie zu ernst, bleibt aber gerade ernst genug, um emotional zu funktionieren.
Natürlich ist das Drehbuch von Terry Black (Bruder von Shane Black) stellenweise absurd – aber genau das macht den Reiz aus.
Wenn der Film ein Motto hätte, wäre es:
„Leben ist überbewertet – Hauptsache, du hast gute Sprüche im Jenseits.“
Fun Facts 💀
- Das Drehbuch stammt von Terry Black, dem Bruder von Lethal Weapon-Autor Shane Black – daher auch der typische Buddy-Cop-Ton.
- Regisseur Mark Goldblatt bezeichnete den Film später als „eine Liebeserklärung an das 80er-Kino und das Überdrehen als Lebensphilosophie“.
- Viele der Masken- und Effektideen stammen von Steve Johnson, der zuvor an Ghostbusters arbeitete.
- Ursprünglich sollte Arnold Schwarzenegger eine Cameo-Rolle haben – doch wegen Terminproblemen wurde daraus nichts.
- Der Film war in Deutschland uncut auf VHS von VMP / CIC Video erhältlich und avancierte schnell zum Sammlerstück.
- Die Szene mit den reanimierten Schlachthaus-Kadavern wurde 1988 in mehreren Ländern zensiert.
Fazit – 80er-Trash mit Stil und Herzblut
Dead Heat ist pures VHS-Gold:
überdreht, blutig, witzig – ein Film, der weiß, dass er Unsinn ist, und es trotzdem mit voller Wucht durchzieht.

Für Fans von Re-Animator, The Hidden oder Return of the Living Dead ist dieser Film ein absolutes Muss.
Treat Williams und Joe Piscopo liefern ab, die Practical Effects sind ein Traum, und Vincent Price veredelt das Ganze mit seiner unvergleichlichen Gravitas.
Ein Buddy-Cop-Film, der vom Leben, vom Tod – und vom Spaß dazwischen erzählt.
🎬 Retro-Bewertung
💥 Action & Effekte: ★★★★☆
🧟♂️ Humor & One-Liner: ★★★★★
🎭 Schauspiel (Williams / Piscopo / Price): ★★★★☆
🎬 Regie & Style: ★★★★☆
📼 VHS-Kultfaktor: ★★★★★
👉 Gesamt: 4,5 von 5 Retro-Sternen
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