RETRO-FILM

Vergessen war gestern, wir sprechen darüber!

Kritik: Der Tiger von Osaka (1974)

Der Tiger von Osaka (1974)

Auch außerhalb ihrer Dienstzeit nimmt die Polizistin Rei das Gesetz in die eigene Hand – zu ihren blutigen Bedingungen! Als sie dafür im Knast landet, bekommt sie wegen ihres Vorlebens die Gelegenheit, sich zu rehabilitieren: Sie soll die Tochter eines Politikers befreien, und das ohne dass die Öffentlichkeit Wind davon bekommt!


Die japanischen Produktionsfirmen waren vor allem für ihre Monsterfilme weit bekannt und sehr erfolgreich. Doch zum Ende der 60er Jahre gab es einen Einbruch bei den Besucherzahlen im Kino was dem Durchsetzen der TV fürs Kino daheim zugrunde lag. Eine neue Marktidee musste her. Tōei entschloss sich dazu sich in weiteren Nischen-Genres umzusehen und sie stießen auf Pinku Eiga, einem japanischen Mix aus Softcore-Sexploitation Mix. Gute Beispiele für das Genre sind DIE BLINDE BESTIE (1969) und SASORI – SCORPION (1972) die dieses Sub-Genre prägten und veränderten. Die bekannten Elemente wie nackte Frauen, Softcore, Fesseln wurden jedoch noch mit viel Action, Gewalt bereichert, somit wurde ein neues Sub-Genre geboren namens Pinki-Violence.

DER TIGER VON OSAKA (1974) ist solch ein Vertreter dieses neuen Sub-Genres. Zuerst bekommt man den Eindruck das es sich um einen Kriminal-Thriller handeln könnte. Doch weit gefehlt, der Film ist von literweisen Kunstblut förmlich getränkt. Hinzu reihen sich etliche Gewaltszenen in Form von Folter, Vergewaltigung, Demütigung nahtlos an die sonst recht flache Story an. Positiv zu bemerken ist noch das nicht immer einfach nur stupide mit der Kamera auf die Sequenzen gehalten wurde, durch eine gekonnte Inszenierung und einer abwechslungsreichen Kameraeinstellung, durch Veränderung des Blickwinkels, das Spiel mit Licht und Schatten ist dem Film-Team ein durchaus ansprechender Streifen gelungen. Somit wirken die Torturen die unsere Darsteller über sich ergehen lassen müssen, nicht immer einfach nur kopiert sondern bringen immer frischen Schwung ins Geschehen. DER TIGER VON OSAKA zeigt eindrucksvoll die unterste Schicht der Unterwelt.

Japanische Sexploitation mit massig nackter Haut, literweise Kunstblut

 

Durch die explizite Gewaltdarstellung durch Folter, Misshandlung oder sogar des Todes durch eine Waffe gemischt mit allerlei Softcore-Szenen, die meist in einer Vergewaltigung enden, bekommt der Zuschauer ein Gefühl von Unwohlsein förmlich aufgedrückt. Somit ist der Film nichts für zarte Gemüter, was wohl auch die damaligen Behörden so sahen und ihn einen Indiziert Stempel aufdrückten, der sogar im Jahr 2008 nochmals erneuert wurde.

Doch die deutsche Synchronisation unterscheidet sich wieder vom Original. Durch die typische Kalauer Snychro von Meister des Fachs Rainer Brandt bekommt der Film noch eine Prise Humor und Sarkasmus verpasst. Somit werden die Geschehnisse dem Zuschauer etwas entschärft präsentiert, was jedoch dem Gesamtkunstwerk nicht negatives beschert.

DER TIGER VON OSAKA ist bei uns auf VHS und DVD erschienen. Doch sind die VHS Fassungen allesamt gekürzt worden. Die DVD Versionen in der kleinen und großen Hartbox sind jedoch völlig ungeschnitten und zeigen den Film in voller Pracht. Fehlende Stellen der Synchronisation sind im O-Ton enthalten.


 

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