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Die Teufelin (1989)

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Handlung

Die rundliche Hausfrau Ruth Patchett wird von ihrem ansehnlichen Gatten Bob verlassen, der sich unsterblich in die Bestseller-Autorin Mary Fisher verliebt hat. Sie schwört Rache und beginnt all das zu zerstören, an dem das Herz des untreuen Gemahls hängt. Systematisch bringt sie ihn um Heim, Familie, Karriere und macht ihn zum Betrüger, den man hinter Gitter steckt. Dabei geht nicht nur die Beziehung des Charmeurs zu Mary zugrunde, sondern die schmerzhafte Läuterung bringt den untreuen Wüstling zurück in den Kreis seiner Familie.

Kritik

KOMÖDIE darf (fast) alles und verzeiht vieles, vorallem im Bereich des schwarzen Humors, denn dieser Sparte obliegt signifikant von jeher die Provokation.
Ärgerlich wird es allerdings, wenn man die von vorne herein gegebenen Möglichkeiten für eine gelungene Adaption nach Buchvorlage nicht ausreichend nutzt oder, der Einfachheit halber, bewusst ad absurdum und eher zur Massentauglichkeit führt.
Vorneweg: Der dreigestirnige Hauptcast ist absolut passend und glaubwürdig-funktional gewählt, zumindest in dem Metier, was man erarbeiten wollte. Dazu später mehr.
ED BEGLEY JR., der “phallische Fels des Anstosses” zwischen den kontrastreich-femininen, egomanen Zugpferden von SHE-DEVIL, kommt zum Teil etwas übermotiviert und dadurch bisweilen verbissen-krampfhaft rüber, was zu Lasten seiner ansonsten gewohnt spontanen und erfrischenden, komödiantischen Spielart geht. Trotzdem ist seine Leistung als grundsolide anzusehen, wenngleich er den Glanz anderer, ähnlich situierter Rollen nicht transportieren kann, jedoch inszenatorisch den schwierigsten Part besetzt, denn die essentielle Handlungsrelevanz fokussiert sich auf die beiden Damen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
ROSEANNE BARR wirkt in ihrem Spiel auf die geforderte Niedertracht hin limitiert, zudem sieht es konträr dazu “affig-overacted” aus, wenn sie zwischendurch scheinheilig freundlich oder affektiert fröhlich wirken will. Ihre Dialoge hätten deutlich bissiger und fieser ausgefeilt werden können, sodass sogar Roseanne’s Frotzeleien in der TV-SITCOM, die ihren Namen trug, mitunter ätzender und schockierender wirkten.
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MERYL STREEP scheint die künstlerisch-interpretative Kluft zwischen Buch und Film eher verinnerlicht zu haben. Sie gibt ihren Charakter bewusst “zum Abschuss der überzogenen Lächerlichkeit frei”, definiert mit ihrer Darbietung die “Seele” des Streifens als kurzweilige, metaphorisch aber kaum tiefsinnige Gesellschaftskroteske.
Dementsprechend funktioniert die Vorlage rückwirkend konterkarierend, denn die Novelle THE LIFE AND LOVES OF A SHE-DEVIL von FAY WELDON, wo der schwarze Humor mit mehr Understatement und nicht so plakativ wie im Film daherkommt, lässt besonders Roseanne’s Charakter sich ganz anders entwickeln. Im Film wurde dabei ausgespart, dass die betrogene Ehefrau versucht, ihrer, im Gegensatz zu ihr, bildhübschen Konkurrentin äußerlich immer ähnlicher zu werden, indem sie sich z.B. diversen “Schönheits-OP’s” unterzieht oder versucht, die Rivalin, mimisch und vom Verhalten und Auftreten her, zu kopieren. Das hat eben mehr von bitterböser Tragikomik, gespickt mit pechschwarzen, zynisch-humoresken Spitzen, wohingegen der Film sich ganz und gar der überreizten Situationskomik verschreibt, mit RUTH (Barr) als letztlich triumphierende Gewinnerin des rachelüsternen Brachial-Feminismus, und mit MARY (STREEP) als dessen totales Opfer der finalen Genugtuung. Die Botschaft der Novelle ist eben ambivalenter und dadurch tiefschürfend-interpretativer.
Je nach Blickwinkel, ergo bei Kenntnis oder Unkenntnis der Vorlage, ergeben sich somit unterschiedlich auf,-oder abwertende Betrachtungsweisen der schwarzen Komödie DIE TEUFELIN.

Medien

“Die Teufelin” ist in Deutschland auf VHS, DVD sowie auf Blu-ray mit einer Freigabe von FSK 12 erschienen.

Trailer

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