
Wenn Piraten plötzlich Helden spielen müssen
Piratenfilme sind normalerweise klare Sache: Säbel, Schatz, Rum – und fertig. Die Teufelspiraten geht einen etwas anderen Weg. Hier stehen keine strahlenden Helden im Mittelpunkt, sondern Männer, die eigentlich zu den „Bösen“ gehören – und plötzlich gezwungen sind, sich als Retter auszugeben.
Nach einer schweren Seeschlacht strandet ein spanisches Piratenschiff an der englischen Küste. Die Crew ist angeschlagen, das Schiff beschädigt, die Lage angespannt. Doch anstatt sich zurückzuziehen, greifen die Piraten zu einem Trick: Sie geben sich als offizielle Vertreter der spanischen Krone aus.

Die Dorfbewohner glauben ihnen – zunächst. Doch je länger die Fremden bleiben, desto mehr wächst das Misstrauen. Und während die Piraten versuchen, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten, droht die Situation jederzeit zu eskalieren.
Was folgt, ist ein spannendes Spiel aus Täuschung, Macht und Kontrolle, bei dem jederzeit alles kippen kann.
Hammer Films auf hoher See
Regisseur Don Sharp liefert hier einen eher ungewöhnlichen Beitrag aus dem Hause Hammer. Statt Gothic-Horror gibt’s Abenteuer – aber mit dem typischen Hammer-Flair.
Der Film setzt weniger auf große Seeschlachten als auf Atmosphäre und Spannung. Vieles spielt sich an Land ab, im Dorf, in engen Räumen, in Gesprächen. Gerade dadurch entsteht ein fast schon klaustrophobisches Gefühl: Die Piraten sind gefangen – und gleichzeitig die Bedrohung.

Man merkt: Hier geht es nicht um Spektakel, sondern um Figuren und Situationen.
Christopher Lee – der Gentleman unter den Piraten
Im Zentrum steht Christopher Lee, der hier einmal nicht als Dracula oder Bösewicht im klassischen Sinne auftritt, sondern als charismatischer Piratenkapitän.
Lee bringt eine ruhige Autorität mit. Kein brüllender Seeräuber, sondern ein Mann mit Strategie, Stolz und Kontrolle. Genau das macht seine Figur so interessant – er wirkt jederzeit überlegen, auch wenn die Situation eigentlich gegen ihn spricht.
An seiner Seite sorgt Andrew Keir für zusätzliche Präsenz und Härte. Die Dynamik innerhalb der Piratencrew ist ein wichtiger Bestandteil des Films.
Zwischen Abenteuer und Psychospiel
Die Teufelspiraten ist kein typischer Piratenfilm. Statt großer Action bekommt man ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Täuschung und Misstrauen im Mittelpunkt stehen.

Gerade das hebt den Film von vielen Genrevertretern ab. Er fühlt sich fast wie ein Kammerspiel an – nur eben mit Säbeln und Piraten.
Fun Facts
- Der Film stammt aus der legendären Hammer-Schmiede, die sonst eher für Horrorfilme bekannt war.
- Christopher Lee zeigte hier eine seltene Rolle außerhalb seines typischen Horror-Images.
- Gedreht wurde größtenteils in England – die Küstenlandschaft sorgt für eine dichte Atmosphäre.
- Der Film verzichtet bewusst auf große Seeschlachten und setzt stattdessen auf Spannung und Figuren.
Fazit
Die Teufelspiraten ist ein ungewöhnlicher Piratenfilm, der mehr auf Atmosphäre und Charaktere setzt als auf Action. Gerade dadurch bleibt er im Gedächtnis.
Retro-Bewertung
7 von 10 Videokassetten
Spannendes Abenteuer mit starkem Hauptdarsteller und ungewöhnlichem Ansatz.
Ähnliche Filme & Einordnung
Wer Die Teufelspiraten mag, sollte auch Der rote Korsar, Piraten der Karibik (für die moderne Variante) oder andere Hammer-Produktionen entdecken, die zeigen, wie vielseitig das Studio war.
| Story | |
| Spannung | |
| Action | |
| Nostalgie |
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