Fear City – Manhattan 2 Uhr nachts (1984)
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Fear City – Manhattan 2 Uhr nachts (1984)

 

Matt Rossi und Nicky Parzeno betreiben in New York eine ‘Talentagentur’. Diese vermittelt Stripperinnen. Als zwei der Tänzerinnen ermordet werden, verdächtigen Matt und Nicky ihren Konkurenten Carmine. Dieser steht mit der Mafia in Verbindung. Allerdings leugnet er seine Schuld. Dann wird die Freundin von Matts Ex-Geliebter ermordet. Schwer bewaffnet suchen Matt und Nicky deshalb ihren Kontrahenten auf.

Wer den Namen Abel Ferrara hört oder liest denkt sofort an seine Filme BAD LIEUTENANT oder BODYSNATCHERS. Doch hier geht es um ein frühes Werk des amerikanischen Regisseurs, der ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Dabei versprüht FEAR CITY – MANHATTAN 2 UHR NACHTS soviel aus den 80er das man sofort in die Vergangenheit mitgerissen wird. Hinzu kommt die Mischung aus Horror, Action, Krimi, Erotik, Eastern-Touch. Abel Ferrara vereint soviele Elemente aus den 80er, vermischt sie mit den Genres und heraus kommt ein Streifen der wirklich eine Perle ist.
Fear City – Manhattan 2 Uhr nachts (1984)

 

Wie schon oben erwähnt ist FEAR CITY ein bunte Mischung aus vielen Stil-Elementen. Slasher trifft auf Thriller und wird mit leichter Erotik verfeinert. Ein Martial Arts Killer streift durch die Gassen und misshandelt, verstümmelt Frauen die oft leicht bekleidet auf den Bühnen eines beliebten Nachtclubs tanzen und strippen. Er schneidet ihnen Finger ab oder fügt ihnen schwere Verletzungen an den Beinen hinzu. Man könnte FEAR CITY gut als eine sleazige Mischung aus TAXI DRIVER mit Robert De Niro und SHOWGIRLS beschreiben.

Wenn der geneigte Filmfan an Abel Ferrara denkt, fällt ihm „Fear City“ eher spät ein. Wenn überhaupt. Dabei ist dieses Frühwerk des berüchtigten NY-Regisseurs als coole, sehr sleazige Mischung aus „Taxi Driver“ und „Showgirls“ und einem messerscharfen Slasher auf jeden Fall eine Wiederentdeckung wert. Erst recht, wenn man (wie ich) schon an vielen seiner späteren Filme einen Narren gefressen hat. „Fear City“ könnte fast als Parodie durchgehen, derart 80er ist er. Voller Neon und Schulterpolster, voller Oberflächlichkeit und Show, voller Busen und Schmutz. Der Big Apple war selten versiffter und gleichzeitig anziehender. Erzählt wird von einem Martial Arts-Killer (!), der seine Kampfkunstskills dazu nutzt, Stripperinnen aufzulauern und diese brutal zu verletzen und zu massakrieren. Richtig gehört – „Maniac“ meets „American Ninja“. Wahnsinnskombi! Und das gefällt dem badassigen Nachtclubbesitzer und traumatisierten Ex-Boxer (!) natürlich gar nicht, sodass eine Seitengassen-Konfrontation der Fäuste und Kampfstile unumgänglich ist…
Fear City – Manhattan 2 Uhr nachts (1984)
„Fear City“ ist ein Knaller! Ich kann es nicht anders sagen. Sicher nicht perfekt – so bleiben die Figuren äußerst zaghaft charakterisiert, der Stil-, Stimmungs- und Themenmix kann gewöhnungsbedürftig wirken – aber verdammt verdaulich. Besonders für Typen wie mich, die auf diesen neongetränkten, heutzutage oft kopierten Stil stehen. Eine blutjunge Melanie Griffith quasi mit Textilallergie – check! Irre, wirre Trainingsmontage – check! Ein Tom Berenger kurz vor’m Durchbruch – check! Lando Calrissian als abgefuckter Kommissar – check! Mieseste Methoden des sadistischen Killers mit seinem kleinen Knive – check! New York zwischen Discos und Pissecken – check! Synthie-Rock-Soundtrack – check! „Fear City“ schwankt zwischen TV-Niveau und Kultfilm, trifft einen Nerv, das kann ich nicht verleugnen. Selbst wenn ich schon gerne gewusst hätte, warum dieser kickende Psychopath derart verkorkst seinem „Plan zur Verängstigung einer ganzen Stadt“ nachgeht…
Fear City – Manhattan 2 Uhr nachts (1984)
Fazit: stylisch, dreckig, lässig – „Fear City“ ist 80er, New York, Ferrara pur. Irgendwo zwischen „Miami Vice“ und dem Bohrmaschinenkiller. Eine geheime Perle, ein Grabbeltischwunder, eine verschwommene Schmuddelkinoerinnerung. Raus mit dir aus der Versenkung! 

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