
Es gibt Filme, die nach Popcorn riechen, nach ganz großem Hollywood-Kino, und die einen mitten hineinziehen in eine Zeit, in der Kino noch episch sein durfte. Einer dieser Filme ist „In einem fernen Land“ (Original: Far and Away, 1992) von Ron Howard. Ein Streifen, der die klassische Liebesgeschichte mit einem Hauch von Western-Abenteuer und der großen Auswanderungs-Saga verbindet – kitschig? Ja. Aber auf die schönste Art und Weise.
Handlung – Von Irland in die Neue Welt
Tom Cruise spielt den armen Landarbeiter Joseph Donnelly, der im Irland des Jahres 1892 von seinem eigenen Elend und der Unterdrückung durch die Großgrundbesitzer genug hat. Sein Weg kreuzt sich mit der wohlhabenden, aber rebellischen Shannon Christie (Nicole Kidman), die ebenfalls nach Freiheit strebt.

Zusammen wagen sie die Überfahrt nach Amerika. Doch statt vom Glück empfangen zu werden, landen sie mitten in harter Arbeit, Armut und der unbarmherzigen Realität des Auswandererlebens. Joseph kämpft als Boxer, Shannon versucht sich in einer Fabrik – und beide müssen herausfinden, ob ihre Träume und ihre Liebe stark genug sind, um all das zu überstehen. Der große Showdown ist dann der legendäre Land Run in Oklahoma, inszeniert mit hunderten Pferden, Wagen und Statisten – ein echtes Leinwandspektakel.
Die Hauptdarsteller – Liebe im Doppelpack
- Tom Cruise als Joseph Donnelly: In den frühen 90ern auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere. Er spielt den heißblütigen Iren mit mehr Energie als akkuratem Akzent, aber seine Präsenz trägt den Film.
- Nicole Kidman als Shannon Christie: Stolz, eigensinnig und voller Leidenschaft. Kidman, damals frisch an Cruises Seite verheiratet, verleiht ihrer Rolle eine enorme Eleganz und macht Shannon zur wahren Heldin des Films.
- Colm Meaney als Kelly: Der charismatische Ire, der Joseph nach Amerika begleitet – ein Schauspieler, den man spätestens aus Star Trek: The Next Generation liebte.
- Thomas Gibson als Stephen Chase: Shannons aalglatter Verlobter, der mehr Ärger macht, als den Donnellys lieb ist.
- Robert Prosky als Daniel Christie: Shannons konservativer Vater, der die alte Welt nicht loslassen will.
Kritik – Großes Kino oder großer Kitsch?
„In einem fernen Land“ ist einer dieser Filme, die man lieben oder belächeln kann. Ron Howard fährt alles auf: Cinemascope-Bilder, 70mm-Panoramen, einen epischen Soundtrack von John Williams und Stars, die damals das heißeste Paar Hollywoods waren.

Natürlich trieft der Film vor Pathos – der Land Run ist patriotisch bis ins Mark, und die Liebesgeschichte folgt jeder bekannten Hollywood-Formel. Aber genau das macht den Charme aus. Wer in den 90ern in der Videothek vor dem Cover stand oder den Film im Sonntags-Programm sah, weiß: Das hier war Kino zum Träumen.
Die Chemie zwischen Cruise und Kidman stimmt – auch wenn man merkt, dass der Fokus weniger auf Authentizität liegt als auf großen Gefühlen. Wer auf historische Genauigkeit hofft, ist hier falsch. Wer aber 90er-Hollywood pur sucht, bekommt ein Epos, das in seiner Mischung aus Romanze, Abenteuer und Westernflair bis heute Spaß macht.
Fun Facts zum Film
- Für die spektakuläre Land-Run-Szene wurden über 800 Statisten, 400 Pferde und 200 Wagen eingesetzt – alles ohne CGI.
- Tom Cruise bestand darauf, viele seiner Reit- und Boxszenen selbst zu drehen – sein typischer Perfektionismus schon damals.
- Nicole Kidman wollte die Rolle unbedingt, da sie mit Cruise gemeinsam drehen wollte – es war ihr zweiter gemeinsamer Film nach Tage des Donners (1990).
- Regisseur Ron Howard bestand darauf, in 70mm Panavision zu drehen, was den Film heute noch visuell herausstechen lässt.
- John Williams komponierte den Score – und liefert eine der unterschätzten, aber schönsten Melodien seiner Karriere.
- Der Film spielte weltweit rund 140 Millionen Dollar ein – in den USA jedoch weniger als erhofft, da er von Kritikern oft als „zu kitschig“ abgestempelt wurde.
Fazit – Nostalgie in Cinemascope
„In einem fernen Land“ ist ein Film, der auf der großen Leinwand seine volle Wirkung entfaltet. Ein romantisches Abenteuer, das nicht perfekt, aber verdammt unterhaltsam ist. Cruise gibt den hitzköpfigen Draufgänger, Kidman die starke Frau – zusammen sind sie das Herzstück dieses 90er-Epos.

Für Fans von großen Bildern, großen Gefühlen und 90er-Romantik ist der Film ein Muss. Für alle anderen: ein nostalgischer Blick zurück in eine Zeit, als Hollywood noch das ganz große Gefühlskino pflegte.
Retro-Bewertung
🤠 Abenteuer & Western-Flair: ★★★★☆
❤️ Romantik: ★★★★★
🎬 90er-Blockbuster-Faktor: ★★★★☆
👉 Gesamt: 4 von 5 Retro-Sternen
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