
Es gibt Filme, die fragt man sich heute:
Wie zur Hölle konnte DAS damals ungeschnitten in der Videothek stehen?
Insel der Verdammten ist genau so ein Kandidat.
Ein Film, der keine Gefangenen macht, keine Moral predigt und dir von der ersten Minute an klar sagt:
Das wird unangenehm – und genau dafür bist du hier.
Unter dem Originaltitel Turkey Shoot lieferte Australien Anfang der 80er einen der härtesten, zynischsten und umstrittensten Exploitation-Reißer seiner Zeit ab. Ein Film wie ein Schlag mit dem Gewehrkolben – laut, brutal, dreckig und völlig schamlos.
Worum geht’s? – Willkommen im Straflager der Hölle
Wir befinden uns in einer nicht allzu fernen Zukunft.
Ein totalitäres Regime sperrt alle ein, die nicht „konform“ sind: politische Gegner, Andersdenkende, Aufmüpfige. Wer nicht spurt, landet im Umerziehungslager.

Doch dieses Lager hat eine ganz besondere Form der „Resozialisierung“:
Die Insassen werden freigelassen – nur um anschließend von sadistischen Wärtern und reichen Eliten wie Tiere gejagt zu werden.
- Menschen als lebende Zielscheiben.
- Sportliche Betätigung für moralisch verrottete Monster.
Mittendrin Paul Anders, der sich nicht brechen lässt und langsam erkennt, dass es hier nur zwei Optionen gibt: sterben oder zurückschlagen. Und genau da beginnt „Insel der Verdammten“, richtig Spaß zu machen – auf diese ganz spezielle, unangenehme 80er-Art.
Regie & Darsteller
Regie führte Brian Trenchard-Smith, ein Name, der Genre-Fans sofort ein wissendes Grinsen ins Gesicht zaubert. Der Mann wusste genau, was er tut: Exploitation, Überzeichnung, Gewalt und schwarzer Humor – alles bewusst auf Anschlag gedreht. Kein Subtext, kein Feigenblatt, sondern direkter Angriff.
Steve Railsback – Paul Anders
Olivia Hussey – Chris Walters
Michael Craig – Charles Thatcher
Lynda Stoner – Rita Daniels
Noel Ferrier – Tito
Warum dieser Film so legendär ist
„Insel der Verdammten“ ist kein subtiler Film.
Er ist laut, brutal und teilweise geschmacklos – und genau darin liegt seine Kraft.
Der Film entstand in einer Zeit, in der Exploitation noch echte Zähne hatte. Keine Ironie, kein Augenzwinkern, kein „Meta“. Die Gewalt ist roh, die Figuren sind sadistisch, und das Weltbild ist konsequent hoffnungslos.

Was ihn von vielen ähnlichen Filmen unterscheidet:
Er zieht sein Konzept kompromisslos durch. Keine Erlösung, keine falsche Moral – nur ein schmutziger Überlebenskampf in einer Welt, die längst verkommen ist.
Und ja: Heute wirkt manches überzeichnet. Aber genau diese Überzeichnung macht den Film zu einem perfekten Zeitdokument der frühen 80er – irgendwo zwischen Endzeitkino, Action-Trash und politischer Paranoia.
VHS-Status: Schwerverdaulich, aber Pflichtprogramm
Das ist kein Film für einen gemütlichen Abend.
Das ist einer dieser Titel, die früher hinterm Tresen standen, mit dem Hinweis:
„Der ist hart.“
Körniges Bild, aggressive Musik, schweißnasse Gesichter – Insel der Verdammten fühlt sich an wie ein Film, den man eigentlich nicht sehen sollte… und genau deshalb sehen wollte.

Ein echter Videotheken-Schocker, der sich tief ins Gedächtnis brennt.
Fun Facts
- Der Film war in mehreren Ländern stark geschnitten oder komplett verboten
- In Großbritannien landete er auf der berüchtigten Video-Nasties-Liste
- Brian Trenchard-Smith drehte bewusst extrem, um sich von US-Produktionen abzuheben
- Viele Darsteller erinnerten sich später an extrem harte Dreharbeiten
- Der Film wurde später mehrfach neu bewertet und gilt heute als Exploitation-Klassiker
Fazit – Brutal, zynisch und kompromisslos 80er
Insel der Verdammten ist kein Film für jeden.
Er ist roh, gemein und teilweise schwer zu ertragen. Aber genau deshalb ist er ein echtes Kultstück des Exploitation-Kinos.

Wer auf politisch inkorrekten, unangenehmen Endzeit-Trash steht, kommt hier voll auf seine Kosten.
Kein Hochglanz, kein Mitleid – nur pure 80er-Härte.
Auf Retro-Film.de gehört dieser Film ganz klar ins obere Regal. Nicht zum Wohlfühlen – sondern zum Erinnern, wie gnadenlos Kino früher sein konnte.
Retro-Bewertung
⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆☆
6 von 10 menschlichen Zielscheiben – hart, dreckig, kompromisslos.
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| Nostalgie |
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