Kritik: Ach jodel mir noch einen (1974)

Ach jodel mir noch einen (1974)

Ach jodel mir noch einen (1974)

Die Bewohner auf dem Planeten Venus können sich nicht mehr fortpflanzen. Es leben dort eh nur Frauen und die männlichen Samen sind zu alle. Nun also ist ein Raumschiff unterwegs, um von den Wilden auf der Erde Samenzellen zu stibitzen. Die Venus-Damen Solaria, Vegania, Galaxia und zwei weitere landen in Oberbayern. Ihre fliegenden Untertasse wird beobachtet und einige Leute machen sich sofort daran, das Raumschiff zu suchen. Die Damen von der Venus trennen sich, um sich Erdenkleidung zuzulegen und bei den Männern den sogenannten Reibstoff abzuzapfen. Mit Tricks und Geschick locken sie ein paar gestandene Mannsbilder, natürlich Urbayern, in ihr Raumschiff und entnehmen ihnen per Bumsomat das Sperma, doch die gemelkten Männer erklären den Mädels, dass man auch anders Sperma entnehmen kann. So werden die hübschen Damen, die man für Französinnen hält, in die hohe Kunst der Liebe eingeführt…


ACH JODEL MIR NOCH EINEN oder auch unter STOSSTRUPP VENUS BLÄST ZUM ANGRIFF ist eine Erotik-Sex-Komödie von 1974. Jedoch hebt er sich von den typischen Vertretern dieses Genres deutlich ab. Statt wie üblich das typische Strickmuster solcher Filme zu verwenden, wurde hier noch ein Ansatz von SciFi dem bunten Treiben hinzugemischt. Eine Gruppe von Ausserirdischen in Form junger hübscher Frauen landen auf der Erde im ausgekundschafteten Gebiet Bayern. Sie brauchen für ihre weitere Reise und ihres Heimatplaneten Energie in Form von Sperma der männlichen Bewohner der Erde, in ihrer Sprache auch als Reibstoff betitelt.

Im Vergleich zu anderen Produktionen aus dem Genre Erotik-Sex-Komödien steht nicht der Sex im Vordergrund, sondern die haarsträubende Story des Films. Zwar wird hier auch munter drauf los gehoppelt, doch erst nachdem die Ausserirdischen davon überzeugt sind, das man mit Sex auch zum Ziel kommt ohne eine Melkmaschine im Raumschiff zu nutzen, die erst nach 10 Liter pro Mann aufhört zu saugen.

Punkten kann der Film noch mit einer schönen winterlichen Kulisse in Bayern, dazu ein kleines Dorf inmitten der Berge. Doch dürfen Klischees nicht fehlen, ein Dorfpolizist der als Trottel überspitzt dargestellt wird, reichlich Blasmusik und vieles mehr. Das Raumschiff wurde trotz des geringen Budgets gut in Szene gesetzt und erbaut.

Wer schon einige solcher Erotik-Filme gesehen hat, wird zwei Gesichter schnell wiedererkennen. Alena Penz und Heidrun Hankammer. Die beiden blonden Damen traten in zahlreichen solcher Produktionen vor die Kamera. Sie hatten keine Scheu mit der Thematik der aufkommenden Erotik der 70er Jahre und zeigten sich entblößt den Augen der meist männlichen Zuschauer.

ACH JODEL MIR NOCH EINEN kann mit vielerlei banalen Humor aufwerten. Ihren festen Teil tragen die Szenen im Raumschiff bei, dort befindet sich die Samen-Melk-Maschine, wo zugleich vier Männer angezapft werden können. Auch das die jungen Venus-Damen einen speziellen Raumanzug tragen müssen um auf der Erde am Leben zu bleiben ist amüsant inszeniert worden. Der Anzug hält sie auf hohen Temperaturen, doch diesen Part übernehmen später die Herren des Dorfes. Die Mission scheint zu scheitern, da die Damen Bekanntschaft mit der fleischlichen Lust machen und ihr sehr angetan sind.

Der Film ist kein Porno und kein üblicher Sex-Klamauk, er ist schwer einzuordnen, dennoch macht er Laune und bringt einen viel zu lachen und zu schmunzeln. Es gibt den Film in Deutschland auf VHS und DVD. Wobei die VHS Version die einzig ungeschnittene Version ist. Auf der DVD wurden ein paar Szenen und Handlungsabfolgen entfernt, selbst die DVD aus den Niederlanden ist nicht ungekürzt erschienen. Doch befinden sich dort Szenen im Film, die hierzulande fehlen und andersrum. Wieso dieser Klamauk so zerstückelt wurde, bleibt ein Rätsel.




 

Stefan Retro

Stefan Retro

Seit nun mehr zwei Jahrzehnten habe ich mich den Filmen aus den 50er bis Ende der 90er verschworen. Meine private Filmsammlung wächst stetig und hat mittlerweile eine fünfstellige Zahl erreicht. Sei es VHS, HD DVD, DVD, Blu-ray - bei mir findet alles seinen Platz! Kommt mit auf die Reise in die Vergangenheit!

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