Bodyguard, ein actionreicher Film mit ungewöhnlichen Kampfszenen.

Kritik: Bodyguard (1986)
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Masiong Baguisa, der gefürchtete, weil treffsichere und gewitzte Leibwächter des einflussreichen
Gouverneurs Montefalcon, ist das jüngste Opfer einer erbarmungslosen Blutrache zwischen zwei
mächtigen Familienclans. Einer Vendetta zwischen den Garduchis und den Montefalcons. Nach Masiongs
Tod wird Junior, sein Sohn, neuer Leibwächter – Bodyguard des Gouverneurs. Doch der
machtgierige, skrupellose Clan der Garduchis schreckt vor keinem Verbrechen zurück.
Junior, noch kampfstärker als sein Vater, hat bald beide Hände voll zu tun….


Schon lange stand der Film BODYGUARD auf meiner VHS Wunschliste. Nun hab ich es getan und ihn mir gekauft und wanderte auch schnell in den Rekorder. Voller Vorfreude, ohne sich vorher zu informieren startete ich das Magnetband. Ich lasse mich noch immer vom Cover inspirieren und zum Kauf verleiten. Wie damals in den 80er und 90er in den zahlreichen Videotheken.
BODYGUARD ist ein Action – Thriller Mix aus Philippinen, unter der Regieleitung von Mike Relon Makiling entstanden. Es war sein erster Film und auch sein letzter. Zugegeben nach dem Film versteh ich auch wieso, aber dazu später mehr. Die Philippinen waren damals aus Kostengründen bei Filmemachern, Produzenten und Geldgebern sehr gefragt. Durch die geringen Kosten im Land wurde das meist sowieso recht kleine Budget für den Film noch mehr geschont. Doch nicht nur Produktionen aus dem Ausland waren hier oft zu Gast, auch eigene Produktionen aus dem Land nutzen die Möglichkeiten und die Einhaltung kleiner Kosten.

Kritik: Bodyguard (1986)

Recht langsam beginnt BODYGUARD, der Zuschauer bekommt erstmal ein paar Charaktere vor die Nase gesetzt. Hin und wieder ein paar Information-Happen, wer auf welcher Seite steht. Die Beweggründe der beiden Clans, Familien die der Grund der erbitterten Kämpfe sein sollen, werden jedoch völlig vergessen.
Der Zuschauer bekommt einen Einblick in das gefährliche Leben der Bodyguards des Gouverneurs. Ein treuer und aufrichtiger Bodyguard verliert durch einen Hinterhalt sein Leben. Sein Sohn der von allen nur Junior gerufen wird, ist eigentlich gerade dabei Jura zu studieren und hat geschworen nie in die Fußstapfen seines Vaters zu steigen. Doch durch den hinterlistigen Mord seines Vaters schwört er Rache und möchte der befeindeten Familie das Leben zur Hölle machen.
So merkt man recht schnell das BODYGUARD sich an den typischen Klischees und Story-Aufbauten klammert und versucht diese auch ansehnlich umzusetzen. Schon die ersten Fights, Schusswechsel fallen recht blutig und eiskalt aus. Die Rache von Junior nimmt blutige Bahnen an. Doch halt, etwas holprig kommen manche dieser Szenen rüber. Das liegt an der gekürzten Version die man hierzulande zu kaufen bekommt. Das niederländische Tape ist hingegen völlig ungeschnitten erschienen. Doch nicht nur die Schnitte sind zu spüren, auch allgemeine holprige Szenen, Szenen-Abläufe sind deutlich zu erkennen.

Kritik: Bodyguard (1986)

Ständig wechseln die Einstellungen der Kamera und die Dialoge. Manche Dialoge wirken unausgereift und recht stümpferhaft ohne schauspielerisches Talent umgesetzt. Etwas hölzern agieren manche Schauspieler, sofern man sie so betiteln kann, da die meisten nur wenig bis nur in diesen Film als Schauspieler mitgewirkt haben. Zu dem wird die Logik oft komplett außer Acht gelassen. So kommt einem ein unangenehmes Gefühl auf, wenn einem vorgespielt wird das einige Jahre ins Land vergangen sind, jedoch sich keiner der Charaktere verändert hat, selbst die Umgebung ist immer unverändert.
Ins trashige Genre rutscht BODYGUARD ab, als eine Art Geist in Gestalt eines alten Mannes, dem Junior seine Jacke überlässt. Die Jacke soll mystische Kräfte beherbergen und ihn vor allem Böse beschützen. Es handelt sich um einen leichten, dünnen Blouson. Weiter im Film sieht man das Kugeln wenn Junior die Jacke trägt bedenkenlos abprallen und ihn nicht verletzen können. Doch keiner der Beteiligten hinterfragt dieses Geschehen und somit wird der Ansatz der Mystik komplett fallen gelassen.

Kritik: Bodyguard (1986)

Trotz der schon vorhandenen Schwächen bekommt der Film noch mehr in die waghalsige, dünne Story gepackt. Ein paar erotische Szenen, zweier Paare, wobei eine Kuss-Szene in einer Telenovela deutlich mehr Erotik versprüht. Das hier der Regisseur kaum Talent und Erfahrungen für manche Elemente besitzt, merkt man deutlich. Gefühlskalt, langweilig, Kamera ohne große Bewegungen – und bezüglich der Story total daneben platziert, gehört sowas unbedingt in einen eiskalten Action-Thriller?
Die Action im Film BODYGUARD ist guter Durchschnitt. Viele Fights mit etlichen automatischen Gewehren, Messern wo Crocodile Dundee neidisch werden würde und Pistolen. Auch fliegen bei einer endlos wirkenden Verfolgungsjagd mit dem Jeep ein paar Handgranaten durchs Bild. Das Muster eines Einzelkämpfers der es mit einer ganzen Armee aufnimmt ist hier oft zugegen. Rambo lässt grüßen! Viele blutige Einschüsse zahlreicher Männer und fliegende Kämpfer die von Balkonen fallen sind hier massenhaft zu sehen. Das freut den Action-Fan ungemein. Schade ist, das das deutsche Tape um satte 12 Minuten gekürzt wurde, somit fehlen zahlreiche blutige Szenen wie Kopf abtrennen, Kehle aufschlitzen und ähnliches.

Kritik: Bodyguard (1986)

 

BODYGUARD ist ein recht einfacher Actioner, mit viel Gewalt und Bumms. Mit ein paar Logik-Fehlern und Schwächen in der Story, aber durchaus unterhaltsam. Mit einem Hauch Trash versehen mundet der Film doch beim Zuschauer und weiß zu gefallen. Jetzt bin ich neugierig auf die fehlenden Szenen. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, das ein Label sich Mühe macht diesen Streifen zu veröffentlichen. Seit 2013 befindet sich BODYGUARD nicht mehr auf dem Index, also wären die Weichen für eine UNCUT Version gestellt.