RETRO-FILM

Vergessen war gestern, wir sprechen darüber!

Kraftvoll zubeißen bitte – Der Mörder-Alligator (1989)

Der Mörder-Alligator (1989)

Auf einer paradiesischen Insel versetzt ein riesiger, durch hochgiftige Abfälle mutierter Alligator die Bewohner in Angst und Schrecken. Eine Gruppe von Umweltschützern stellt sich der Gefahr und muss bald feststellen, dass sie genauso wie die Eingebohrenen der Bestie hilflos ausgeliefert sind. Dieser Film zeigt überaus detailfreudig, was passiert, wenn ein Alligator richtig zuschnappt!


Gut geklaut ist oft die halbe Miete – besonders bei Filmen ist dies oft zu erkennen. So wie auch bei DER MÖRDER-ALLIGATOR aus dem Jahr 1989. Was uns Regisseur Fabrizio De Angelis bloß damit sagen wollte? Gut 14 Jahre nach dem erfolgreichen Hai-Thrillers DER WEISSE HAI (Original: JAW) nutzte De Angelis das Konzept und kopierte es in DER MÖRDER_ALLIGATOR. Nicht nur was der Ablauf der Story angeht, auch soundtechnisch bediente er sich beim erfolgreichen Kassenschlager.

Doch kann der Film noch was anderes als geklaute Ideen bieten? Eher weniger – der Film ist langweilig. Die Handlung sofern man sie so bezeichnen kann wurde übelst kopiert und zusammen gemixt. Die Schauspielerei ist schlechter als bei einem Amateur-Projekt. Keine Spannung baut sich auf, durch das Kennen des Ablaufs ohne Neuerungen kommt recht schnell ein Gähnen beim Zuschauer hervor. Doch der hartgesottene Film-Freak zieht den Film bis zu Ende durch.

Der Mörder-Alligator (1989)

Wer sich den Film im Originalton anschaut, wird zudem feststellen das die Synchronisation unter aller Würde ist. Oft sind Sätze, Wörter zu vernehmen doch die Münder der Schauspieler bleiben verschlossen. Entweder konnte sie ein halbes Dutzend Bauchredner engagieren oder sie haben einfach Mist im späteren Bearbeitungsprozess des Films gemacht.

Die Special-Effekte können wenigstens etwas von der Misere retten. Der Gore-Faktor ist recht hoch. Wäre da nicht die Inszenierung des Monsters. Mir kam es so vor als wenn der Alligator oft eine andere Körpergröße annahm. Mal ist es sechs bis 8 Meter lang, laut Kameraeinstellung, und andersrum ist es wieder weit über 40 Meter groß, wie sonst könnte es die Kabine des Kreuzers verschlingen?!

Natürlich bleibt die Logik auch auf der Strecke. Besonders zu erkennen bei der Szene mit einem Außenbordmotor. Achtung Spoiler: Anthony Crenna schiebt einen Außenbordmotor in den Hals des Alligators wodurch die Blut-Fontänen nur so spritzen, aber dann aus einem unerklärlichen Grund explodiert der Motor.

Der Mörder-Alligator (1989)

Interessant ist auch das hier die Umweltschützer das Monster als eine gefährdete Spezies ansehen und andere davon abhalten wollen es zu töten.

Nur ein Jahr nach DER MÖRDER-ALLIGATOR gab es eine Fortsetzung: Killer Crocodile 2 (1990). Wer den ersten Teil bereits als Ultra-Öde empfand, wird beim zweiten Teil keinerlei Veränderungen bemerken. Gleiche Geschichte, teilweise die selbigen Darsteller und ebenfalls einfache Effekte. Hinzu kommt noch das dort der Mann für die Effekte auf dem Regiestuhl Platz nahm.

Für Trash Fans und Fans von Tier-Horrorfilmen ist DER MÖRDER-ALLIGATOR aus dem Jahr 1989 eine Sichtung interessant, ansonsten lieber Finger weg.


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