Roger Corman läßt in THE TRIP das LSD den Film bestreiten!

Der Trip (1967)

Der Trip (1967)

Werbefilmregisseur Paul Groves hat gerade einen Fernsehspot fertiggestellt, als seine Frau Sally, von der er getrennt lebt, am Drehort erscheint. Sie macht ihm Vorhaltungen, dass er den Termin beim Scheidungsanwalt vergessen hat, doch Paul ist in Gedanken nicht ganz bei der Sache. Der Filmemacher will eine bewusstseinserweiternde Droge nehmen, um “mit sich ins Reine zu kommen”. Sein Freund John, ein erfahrener LSD-Guru, soll ihn während der Reise in unbekannte Sphären begleiten und, falls nötig, mit einem Gegenmittel von einem Horrortrip herunterholen. Im luxuriösen, knallbunten Hippie-Haus seines Bekannten Max kreisen bereits die Joints, als Paul die magische Kapsel mit Apfelsaft hinunterschluckt…


Das “Trio Infernale” Fonda/Hopper/Nicholson aus EASY RIDER widmete sich hier, zwei Jahre zuvor, explizit der Droge LSD.

Im Gegensatz zu Dennis Hopper’s Plädoyer für die Freiheit, wo sich der Trip auf dem Friedhof von New Orleans in einem kurzen, clip-artigen Schreckensszenario entlädt, ist hier die Droge selbst die Story, gar der Hauptdarsteller, denn sie degradiert Peter Fonda zu ihrem hilf,- und willenlosen Sklaven.

Der Trip (1967)

Was als Selbstfindungsreise und verklärt-strahlende Hippie-Romantik beginnt, entwickelt sich rasant-steigernd zu einem paranoiden Horrorwahnsinn voller purer Angst und Selbstzweifel, an dessen Ende die Erkenntnis steht, dass Erweiterung und Reflexion des eigenen Bewusstseins doch nicht vereinbar sind, im Gegenteil, alles mutiert zur nichtigen Farce, was den Eindruck entstehen lässt, Fonda’s Charakter könne zum dauerhaften Wiederholungstäter werden, mit dem (ewigen) Ziel aller Ziele: Der Suche nach sich selbst!
Genug, der Spekulation!

Regisseur und Trash-/Indie-Legende Roger Corman läßt in THE TRIP das LSD den Film bestreiten, denn schnelle Schnitte und die audiovisuelle Macht von Farben und psychedelischem Score (im Gegensatz zu EASY RIDER deutlich härter und weniger “hippie’esk”!) in perfekter Symbiose, machen den außergewöhnlichen Indie-Streifen zu einem Fest für die Sinne, wobei Drogenkonsum weder verherrlicht noch verteufelt wird.

Jack Nicholson’s Script ist simpel und effizient durchdacht, der Film wird so nicht durch lange Dialogketten seiner Stimmung beraubt.

Der Trip (1967)

Der Cast wirkt äußerst glaubwürdig und echt, wie schon in EASY RIDER verschmolzen wohl Film und Realität im freundschaftlichen Künstlerkollektiv der Endsechziger-Jahre. Hervorzuheben sei Dennis Hopper in der (Quasi-) Doppelrolle als kiffender Kommunenhäuptling und als “Hausmeister” in Fonda’s “Seelenwohnung”, dargestellt als chaotischer Jahrmarkt zur Deutung seines Lebens, ein absolutes Highlight, denn “Billy und Captain America” harmonieren auch hier prächtig.

“The Trip” ist avantgardistische Genre-Kunst und ausgezeichnetes Independent-Kino, für Fans und/oder Zeitzeugen dieser Ära ein unbedingtes Muss.


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