29. Mai 2020

RETRO-FILM

Vergessen war gestern, wir sprechen darüber!

Die Flut bricht los (1976)

Kritik: Die Flut bricht los (1976)

Die Flut bricht los (1976)

Durch ungewöhnlich heftige Regenfälle ist der Wasserstand des Stausee des kleinen Fischerdorfes Brownsville stark angestiegen. Als der Hubschrauberpilot Steve Brannigan durch Zufall einen Riss in dem veralteten Staudamm entdeckt, informiert er sofort den Stadtrat Paul Burke. Dieser empfiehlt daraufhin dem Bürgermeister von Brownsville John Cutler, das Wasser des Stausee abzulassen, um einen möglichen Dammbruch zu verhindern. Als Cutler sich weigert, trifft Burke selbst Vorkehrungen für den Ernstfall. Schließlich kommt es zur Katastrophe: der Damm bricht und überflutet Brownsville. Daraufhin entschließen sich Burke und Steve Brannigan, die Bewohner des Dorfes zu retten.


In den 70er waren beim Kino-Publikum KATASTROPHEN Filme sehr gefragt und erfreuten sich großer Beliebtheit. Durch die technischen Weiterentwicklungen was Effekte angeht, war es nun einfacher möglich die verschiedenen Szenarien filmisch umzusetzen um den Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Die meisten werden die AIRPORT Reihe kennen, dazu gab es noch weitere Ableger die sich mit der Thematik der Luftfahrt auseinander setzten. Doch auch ERDBEBEN, VULKANAUSBRÜCHE und TORNADOS wurden in Filmen aufwendig umgesetzt. Doch Mutter Natur hat noch mehr zu bieten. Man denke da nur an massive Regenausbrüchen, die so manche Flüsse, Seen und Stausee zum überlaufen bringen.

Im Jahr 1976 inszenierte der amerikanische Regisseur Earl Bellamy den authentischen Film DIE FLUT BRICHT LOS. Bellamy verstarb im Jahr 2003 und hinterließ einen beeindruckenden Lebensweg als Film und TV Regisseur, Filmproduzent und Szenenbildner. Er war bei mehr als 1.600 Film- und Fernsehproduktion beteiligt. Nur ein Jahr nach DIE FLUT BRICHT LOS drehte er einen weiteren Katastrophen-Film BLUTIGES INFERNO.  Als ausführender Produzent war Irwin Allen beteiligt, zu seinem Werdegang zählen Klassiker wie VERSUNKENE WELT (1960) UNTERNEHMEN FEUERGÜRTEL (1962), DIE HÖLLENFAHRT DER POSEIDON (1972) und DER TÖDLICHE SCHWARM (1978)um nur einige seiner aufsehenerregenden Laufbahn zu nennen.

DIE FLUT BRICHT LOS war der erste Katastrophenfilm von Irwin Allen der direkt für das Fernsehen produziert wurde. Mit einem Budget von 2,5 Millionen Dollar war er zu seiner Entstehungszeit der teuerste TV Film, zumindest wurde diese Info zur Vermarktung des Films benutzt. Nachdem BLUTIGES INFERNO abgedreht war, wurden beide Katastrophenfilme von ihrer Spielzeit von 120 Minuten auf nur 90 Minuten gekürzt, ehe sie im deutschen TV ausgestrahlt wurden.

Für erfolgreiche Katastrophenfilme bediente man sich den drei Zutaten, ein Unglück, ein Held der selbst in einer ausweglosen Situation auf sein Spürsinn vertraut und Profitgier. Dieses klischeehafte Grundmuster fand in den 70er Jahren vermehrt seinen Einsatz, mit Erfolg. So auch bei DIE FLUT BRICHT LOS.

Produzent und Regisseur setzten jedoch beim Film mehr auf ein breit gefächertes Star-Aufgebot als auf Effekte. In die FLUT BRICHT LOS sind folgende Schauspieler in der Cast-Liste vorzufinden: Richard Basehart (Moby Dick, La Strada), Robert Culp oder Roddy McDowall (Planet der Affen). Betrachtet man das angegebene Budget im Verhältnis zu den Schauspielern so ist es kaum verwunderlich das zahlreiche Effekte mithilfe von Miniatur-Bauten umgesetzt wurden. Auch wurde mithilfe von Archivaufnahmen von echten Katastrophen das Budget geschont. Man sollte somit keine aufwendigen Bauten, Effekte erwarten. Doch die Zerstörung der Studio-Bauten mithilfe der Wassermassen sind sehr beeindruckend in Szene gesetzt und mit der Kamera eingefangen.

Auch wenn vieles sehr klischeehaft und vorhergesehen ist, so kann der Film eine beeindruckende Atmosphäre aufbauen. Man bekommt zahlreiche Informationen über die einzelnen Charaktere, das Dorf was dem Unglück nah steht und Hintergründe der Profitgier des Bürgermeisters förmlich auf dem Silbertablett serviert. Dies mindert nicht den Unterhaltungswert des Films, denn solch eine Katastrophe und deren Umstände ist nicht an den Haaren herbei gezogen und kann überall in der Welt bittere Realität werden.

Was mich persönlich sehr verwundert ist, das es DIE FLUT BRICHT LOS noch nicht mal auf VHS in Deutschland veröffentlicht wurde. Lediglich mehrmals im Kino oder im TV ausgestrahlt worden. So kann ich mich glücklich schätzen solche eine TV Aufnahme in meiner Sammlung vorzufinden. Einer würdigen Veröffentlichung zumindest auf DVD wäre eine tolle Sache. Es gibt noch zahlreiche andere Katastrophenfilme, die es bis dato noch nicht auf DVD, geschweige auf Blu-ray geschafft haben!


 

%d Bloggern gefällt das: