29. Mai 2020

RETRO-FILM

Vergessen war gestern, wir sprechen darüber!

Die heiße Spur (1975)

L.A.: Privatdetektiv Harry Moseby hat Probleme. Vermisste Personen und die Überwachung untreuer Ehepartner sind ein ziemlicher Abstieg nach seiner glorreichen Karriere als Profi-Footballer. Seine Frau hat eine Affäre – und gibt sich nicht einmal die Mühe, sie zu verheimlichen. Während Harry versucht, damit klar zukommen, übernimmt er den Fall einer jugendlichen Ausreißerin, der ihm leicht zwei Nummern zu groß sein könnte.


Im Jahr 1975 inszenierte Regisseur Arthur Penn einen Thriller der erst im weiteren Verlauf seine wahren Qualitäten offen legt. DIE HEISSE SPUR ist ein Thriller der sich sehr viel Zeit nimmt dem Zuschauer alle Charaktere die etwas mit der Story zu tun haben genauer vorzustellen. Betrachtet man die Filmbeschreibung bekommt man eher den Eindruck das es sich um ein weiteres müdes Werk aus dem Thriller Genre handelt. Doch Arthur Penn setzt auf andere Qualitäten und Vorzüge.

Allen voran die Darstellung des Privat-Detektives in Form von Gene Hackman. Anstatt einen rüden, knallharten und gewieften Charakter darzustellen, wird der Charakter als gebrochener Mann mit allerlei Problemen in Szene gesetzt. Eine alte Sportler-Karriere, eine Frau die lieber sich mit einem Kunst-Partner vergnügt und kaum Aufträge als Detektive, ein gutes Job-Angebot wird einfach ausgeschlagen, da unserem Detektiv so manche Dinge schwer auf dem Magen schlagen. Selbstzweifel und Komplexe behindern ihn sich anderen zu öffnen, das eckt oft bei vielen an und behindert auch seinen Spürsinn den er für seine Aufträge erheblich benötigt.

DIE HEISSE SPUR beinhaltet durch die aufwendige und intensive Charakter-Darstellung ein paar Längen die der Zuschauer überwinden muss. Doch alle Darsteller einschließlich Gene Hackman spielen mit Feuer und Flamme ihre Rollen und können dadurch so einige negative Aspekte wieder ausbügeln, ohne das der Film an Qualität verliert. Gene Hackman als Detektiv Harry Moseby, Jennifer Warren als Paula und die noch sehr junge Melanie Griffith in der Rolle der 16 jährigen, freizügigen Delly. Die junge Delly, streubt sich nicht vor älteren Männern und wird auch als Männer-verschlingenes junges Teenager-Girl dargestellt. Knappe Outfits und auch mal offene Einblicke sind hier garantiert. Um die Delly geht es auch hauptsächlich im Film, sie ist von zuhause ausgebüchst und hat sich bei ihrem Stiefvater verkrochen. Moseby sein Auftrag ist es Delly wieder nach Hause zu einer sagen wir mal alten Hollywood Diva zurück zu bringen. Doch geht es hier nur um Familiensorgen? Nein, anscheinend auch um Macht und Korruption und vor allem um das liebe Geld, denn Delly ist vermögend und ihre Mutter war erfolglos in Hollywood und rühmt sich mit allerlei Affären ihrer Vergangenheit. In einer kleinen aber doch bedeutenden Rolle als Mechaniker ist James Woods zu sehen!

Die 70er Jahre waren für Hollywood sehr schwer. Die Szene galt als muffig, gar spießig und vor allem durchzogen mit Gestalten die über Leichen gehen nur am an ihren geglaubten Erfolg anzuknüpfen. Genau in dieser Zeit spielt DIE HEISSE SPUR, sie spiegelt die damalige vorgespielte Glamour-Welt so ziemlich genau wieder. Ein weiterer Punkt in der Story bringt Moseby hinter die Kulissen des Filmgeschäftes und zeigt eindrucksvoll wie es hinter den Kulissen abgehen kann. Das es was mit seinem Auftrag zu tun hat, wird Moseby sowie dem Zuschauer erst später klar. Ein paar Höhepunkte und Aha Momente hätten es dem Zuschauer deutlich einfacher gemacht.

Der Film entfaltet erst seine Qualitäten zum Thriller-Krimi Genre ab dem Zeitpunkt wo Delly gefunden wird. Zuvor wandelt er noch viel in der Drama-Ebene mit. Auch was die Action und Spannung angeht legt der Film erst in den letzten 25 Minuten so richtig los. Zuvor hätten ein paar solcher Szenen dem Film sicherlich gut gestanden, doch Regisseur Arthur Penn verlegte es auf das mit Spannung erwartete Finale.

Man muss sich schon etwas Zeit nehmen und vieles auf sich wirken lassen, es ist kein Hau-Ruck Thriller und keiner aus einer Klischeebehafteten Schublade. Gene Hackman in einer seiner besten Rollen. Es ist nicht immer alles Gold was glänzt in der Glitzerwelt von Hollywood.


 

 

 

%d Bloggern gefällt das: