Kritik: Ein Ehebett zur Probe (1963)

Ein Ehebett zur Probe (1963)

Die junge attraktive Studentin Robin zieht mit ihrem Verlobten David in ein gemeinsames Appartement zu einer Ehe auf Probe – allerdings rein platonisch. Vermieter der Wohnung ist der Junggeselle Hogan, ein notorischer Schürzenjäger. Dieser versucht nun mit List und Tücke, sich an Robin heranzumachen und David in seiner Enthaltsamkeit zu bestärken. Dabei kommt es zu einigen Verwicklungen, bis Robin und David schließlich ihr Experiment auf dem Standesamt beenden.


Ach ja die 60er, sie galten bei vielen als unbeschwert und einfacher. Das Leben allgemein, vor allem in der Liebe durfte man so frei flirten wie wohl in keinem anderen Jahrzehnt. Zumindest wenn man den Zeitzeugen dieser Zeit Glauben schenken kann und mag. In den 60er wurden in Hollywood zahlreiche Liebes-Komödien gedreht, die Zuschauer der damaligen Lichtspielhäuser schreiten förmlich nach solchen Werken. So entstand auch 1964 die Komödie EHEBETT ZUR PROBE, im Original UNDER THE YUM YUM THREE.

Im Film geht es um einen Junggesellen, der vor keiner netten, jungen, attraktiven Dame halt macht. Noch dazu kommt es das er Hauseigentümer ist und seine Apartments ausschließlich an solche Mieter vermietet. Natürlich zu vergünstigen Preisen, immer im Hinterkopf das man sich ja auch mal mehr aus der Patsche helfen kann als simple Nachbarschaftshilfe. Wer wäre da wohl passender als in der Rolle des Hogan gewesen als Charakterdarsteller Jack Lemmon. Er war und ist immer noch bekannt für seine Art wie er den Rollen Leben und Authentizität einhaucht. Seine leicht komödiantische Art gewürzt mit einem Hauch Dramatik. Ihm merkte man sprichwörtlich an das er sich in seine Rollen hinein versetzen konnte, umso glaubhafter seine Rollen. Jack Lemmon drehte an die 100 Filme, auch ein paar mit seinem Schauspielkollegen Walther Matthau, unvergessen die Filme EIN SELTSAMES PAAR (1968) und IMMER NOCH EIN SELTSAMES PAAR (1998).

Das Junggesellen oder manche Männer dem weiblichen Geschlecht förmlich nachjagen ist noch immer Realität. Doch Jack Lemmon bestreitet die amüsante und leider zeitlose Story nicht allein. Als eine Art Widersacher, der mit einer jungen Dame zusammen in ein Apartment gezogen ist, um die Ehe auf Probe zu bestreiten tritt Schauspieler Dean Jones in Erscheinung. Ihn kennt man vor allem aus den legendären Herbie Filmen in der Rolle des Jim Douglas. Ein Rennfahrer der sich zuerst schwer mit einem Käfer als neuen Rennwagen tat.

Natürlich ist die Rolle von Lemmon im Film nicht respektvoll gegenüber dem weiblichen Geschlecht, Schuld und Unschuld reichen sich die Hände und spielen ein Spiel miteinander. Ahnungslose naive Frauen werden dazu genutzt um die Lüste eines Junggesellen zu befriedigen. Doch sobald sich eine Frau mit ihrem Charme und Intelligenz weigert, fährt unser Haudegen andere Geschütze auf, immer mit seinem festgesetzten Ziel im Hinterkopf.

EHEBETT ZUR PROBE ist ein gemütlicher Film mit zahlreichen Wort-Witzeleien und Situationskomiken. Er unterhält den Zuschauer auf eine entspannte Art und Weise und nimmt einen förmlich mit auf die Reise in die Swingings 60s. Die bunten Farben, die Mode, die Autos und vor allem das Lebensgefühl werden sehr deutlich angesprochen und dargestellt. Einziger Wermutstropfen ist das diese kleine Film-Perle bislang nur auf VHS in Deutschland erschienen ist. Im Moment sind noch sehr viele solcher alter Filme bislang nicht auf DVD oder Blu-ray verfügbar.

Für leichte Unterhaltung und zeitlosen Humor ist dieser Film eine gute Idee. Wenn nichts anderes, projiziert es ein schönes Beispiel für das Leben in den 60er Jahren und erinnert diese an das, wie es damals war.