Kritik: Eiskalte Typen auf heißen Öfen (1976)

Kritik: Eiskalte Typen auf heißen Öfen (1976)

Die Motorrad-Cops Fred und Tony sind wahrlich keine schlappen Bullen. Als Mitglieder einer Sondereinheit räumen sie in Rom auf. Ihre brutalen Methoden bekommt vor allem eine Glücksspielbande zu spüren.


Mitten in das Geschehen wird der Zuschauer bei EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN von 1976 geworfen. Ein altes fast schon klischeehaftes Bild eines Handtaschenraubes mit dem Motorrad in Italien, bekannt aus vielen Filmen. Doch die Räuber haben nicht mit unseren Hauptcharakteren Alfredo und Antonie gerechnet und werden kurzerhand ebenfalls per Motorrad verfolgt und förmlich in die Zange genommen.

Ruggero Deoadato war der verantwortliche Regisseur hinter dem Projekt und man kann mit Zuversicht und Anerkennung sagen, das ihm ein nervenaufreibender, spannender und dreckiger Polizeifilm gelungen ist. EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN glänzt mit starker Härte und eine Prise Humor. Ruggero Deodato drehte in seiner Laufbahn einige sehr interessante und abwechslungsreiche Filme, nicht nur im Polizei Genre tätig, auch was Sandalen und Horror-Filme angeht war er stets präsent. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Filme wie DIE BARBAREN (1987), CUT AND RUN (1985) und NACKT UND ZERFLEISCHT (1980) um nur ein paar seiner recht umfassenden Filmographie zu nennen.

Unsere beiden Cops Alfredo und Antonie bestehen aus Marc Porel und Ray Lovelock. Beide sind inzwischen schon von uns gegangen, aber hinterließen uns zahlreiche Filme die es noch zu entdecken gibt. Beide spielen die taffen, smarten und auch leicht macho-lastigen Draufgänger der hiesigen Polizei sehr überzeugend und realistisch. Porel spielte z.B. an der Seite von Bud Spencer in HECTOR – DER RITTER OHNE FURCHT UND TADEL (1976) mit.

EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN bietet dem Fans solcher Werke genau die Zutaten die er möchte. Gewalt, Skurpelosigkeit und eine gehörige Portion Sex. Letzteres in Form der attraktiven Schauspielerin Silvia Dionisio, sie war zur Drehzeit mit Deodato verheiratet, was beide nicht daran hinderte eine wilde Sex-Szene mit unseren zwei Cops Alfredo und Antoine zu drehen. Silvia Dionisio spielte in zahlreichen anderen Produktionen mit. Zu ihren weiteren Werken zählen Filme wie ANDY WARHOLS DRACULA (1974), BLUTIGER SCHWEISS (1976) und HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS (1980).

Dem Film EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN muss ich jedoch ein paar kleine Schwächen zuordnen. Allen voran fand ich das der Soundtrack zumeist bestehend aus Elektro-Sounds nicht stimmig zum Genre und zu den jeweiligen Szenen passte. Teilweise etwas störend und deplatziert gewählt, man ist aus anderen Polizei-Filmen der 70er aus Italien anderes gewöhnt. Desweiteren zeichnet sich erst im späteren Verlauf eine gradlinige Story ab, zuvor könnten manche Zuschauer etwas verwirrt sein, erst durch das auftauchen eines Oberschurken im letzten Drittel des Films nimmt die Handlung Form und Farbe an. Das Tempo ist flott und mit wilden Verfolgungsjagden bestückt, halsbrecherische Kamerafahrten aus der Vogelperspektive oder auch durch eine am Motorrad befestigte Kamera runden die Action-Sequenzen stimmig ab.

Wer sich auf EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN einlässt und den beiden Haupt-Akteuren eine Chance gibt, wird hier einen guten Poliziesco bekommen.