Der wahnsinnige Dr. Storms – Frankensteins Horror-Klinik (1973)

Frankensteins Horror-Klinik (1973)

Als der junge und erfolglose Musiker Jason Jones Erholung in einer Klinik sucht, ahnt er nicht, dass er schon bald um sein Leben bangen muss. Der leitende Arzt hat weniger das Wohlergehen seiner Gäste im Sinn und ist vielmehr daran interessiert, sie zu willenlosen Robotern umzufunk tionieren.

Wer flüchten will, wird gnadenlos von seinen Wachen auf Motorrädern zu Tode gehetzt und wer sich dem Doktor in den Weg stellt, kann auch schon einmal den Kopf verlieren. Wird es Jason gelingen, sich und seine Freundin zu retten?


„ Frankensteins Horror-Klinik “ an, In Horror-Hospital (US-Titel) gibt es natürlich keinen Dr. Frankenstein – der Bösewicht (Michael Gough) des Streifens heißt Dr. Storm. Michael Gough spielt diesen unglaublich finsteren Charakter mit einem derartigen Ernst, das einem die Spucke wegbleibt. Ich möchte diesem Dr. Storm jedenfalls nicht nachts auf offener Straße begegnen – das ist mal klar!
Mit von der blutigen Partie ist Kult-Zwerg Skip Martin (den Vincent-Price-Fans aus Satanas – das Schloss der blutigen Bestie kennen dürften), der mit seinem Schauspiel selbst Michael Gough noch das Fürchten lehrt – exzellent, was der kleine Mann in Horror-Hospital abliefert. Das ist mit Sicherheit die beste Darstellung seiner gesamten Karriere gewesen – schon in Satanas konnte es vor ihm gruseln, denn da steckte er den in einem Gorillakostüm schwitzenden Patrick Magee in Brand, und auch in Horror-Hospital sind seine Auftritte ziemlich horribel…
Noch mit dabei als Bandmanager ist der sehr sympathische Brite Robin Askwith aus The Flesh and Blood Show von Peterle Walker und dem ebenfalls kultigen Tower of Evil – immer wieder schön, den Kerl auf dem Bildschirm zu sehen. Jemand verglich ihn hier mit Oli Kahn – wie ulkig…
Frankensteins Horror-Klinik (1973)
Saufnase Dennis Price hat auch noch einen netten Auftritt, bei dem er schließlich seinen Kopf verliert…
Die Story tut nicht viel zur Sache (und Leute, die auf Logik bestehen, sollten sich diesen Streifen soundso nicht anschauen), geht jedoch kurz und knapp so:
Dr. Storm leitet eine Klinik im Grünen und führt Böses im Schilde. Früh im Film sehen wir ihn auf dem Rücksitz eines teures Wagens sitzen – auf dem Weg, neues Menschenmaterial zu beschaffen. Dafür wird ein am Auto befestigtes Schlachtermesser ausgefahren, um die Flüchtlinge zu köpfen. Tja, und schon purzeln die Pappköppe in ein ebenfalls am Auto befestigten Leinensack… Schnitt!
Und genau auf dem Weg in diese grausige Klinik ist Jason (Robin Askwith) mit seiner süssen Zugbekanntschaft Judy, denn die Klinik ist offiziell so eine Art Erholungszentrum. Die Patienten sehen jedoch aus wie wandelnde Leichen – da muss doch was im Busch sein…
Mehr braucht man nicht wissen, wenn man auf britischen und sehr, sehr blutigen Horror-Trash aus den ’70ern steht. Da geht die Post ab!
Zum Teil hauen die Darsteller so dermaßen auf den Putz, das man glaubt, es mit einer bizarren Theateraufführung zu tun zu haben. Das Overacting von Udo Kier in FLESH FOR FRANKENSTEIN ist jedenfalls nix dagegen. Zum Beispiel die minutenlangen, völlig absurd wirkenden, Schlägereien zwischen den Helden und den Schergen des Dr. Storm. Da gibt es aufs Maul und auf die Helme wie nix Gutes!
Frankensteins Horror-Klinik (1973)
Das Ganze ist definitiv eine schwarze, extrem bizarre Komödie – das kann einfach nicht ernst gemeint gewesen sein! Das seltsame ist, das die Atmosphäre trotz des Trashfaktors irgendwie fies ist. Jedenfalls wünscht man sich, “niemals” in so einem Irrenhaus zu landen…
Es gibt nicht viele Filme, die so eine Horrorshow abliefern wie in diesem Streifen. Denn ständig passieren grausige Dinge: rollende Köpfe, fiese Zwerge, Gehirnwäsche, Operationen, Wahnsinn, Rückblenden (Dr. Storm begann seine Karriere in Hamburg!), Mord und Todschlag.