Kritik: Insemination – Wiege des Grauens (1998)

Kritik: Insemination - Wiege des Grauens (1998)
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Billy Crapshoot ist besser bekannt als “West Side Car Checker”. Er bringt Leute um und verscherbelt deren Autos. Von seinem neuesten Opfer, einem Komponisten, nimmt er die Identität an und verschafft sich somit Zutritt zu einem Samen-Bank-Institut. Als Samenspender verspürt er nun das dringende Bedürfnis, die Adoptiveltern seines werdenden Kindes kennen zulernen. Es dauert nicht lange, und diese bekommen Besuch.


Ganz groß steht Mark L. Lester auf dem Videocover von VPS. Das kann doch nur gut sein, dachte ich mir und bestellte mir die VHS im Internet. Vor allem wenn man an die Filme DIE KLASSE VON 1984, PHANTOM KOMMANDO, SHOWDOWN IN LITTE TOKYO und DER FEUERTEUFEL denkt. Doch es sind bis zum Film INSEMINATION – WIEGE DES GRAUENS einige Jahre vergangen, der Film stammt von 1998 und ist noch knapp in unserem Besprechungszeitraum drin.

Betrachtet man die Story des Films so wird fortan die Neugier des Zuschauers geweckt. Ein Serienmörder geht um, seine Opfer wählt er aus belanglosen Dingen aus. Einen wahren Hintergrund zum Serienmörder soll es nicht geben, die komplette Geschichte ist rein fiktiv. Anstatt den Killer immer bei den gleichen Morden zu beobachten, ändert er im weiteren Verlauf sein Vorgehen. Er setzt sich ein Ziel, eine Frau die sein eingefrorenes Sperma von einem Institut bekommen hat. Kevin Dillon schlüpfte in die Rolle des Killers Billy Crapshoot, Dillon ist kein Unbekannter im Filmgeschäft. Zu seinen weiteren Rollen zählen Filme wie PLATOON (1986) und DER BLOB (1988) um nur zwei Titel zu nennen. Kevin Dillon verkörpert die Rolle des Serienmörders sehr authentisch und vermittelt dem Zuschauer das Gefühl von psychischer Fehlleitungen, Wahnvorstellungen und eiskalter Skrupellosigkeit.

Mit Spannung erwartet der Zuschauer das weitere Vorgehen des Mörders, routiniert spult sich die Story ab. Jedoch fällt die Spannung ab dem Moment wo der Killer sich die Idee als Ziel gesetzt hat, die Identität seines letzten Opfers anzunehmen. Er beginnt an zu stalken, ausspionieren von seinem Opfer und Umfeld, all diese Dinge die ihm vorher völlig kalt ließen. Damit wird der Spannung der Drive entnommen und die Story driftet in die Unglaubwürdigkeit ab. Studien belegen das Serienmörder nur selten und wenn nur minimal ihre Vorgehensweisen ändern oder komplett über den Haufen werfen.

Zur Unglaubwürdigkeit trägt auch eine gewisse Dreiecks-Beziehung zwischen Killer, seinem Opfer und ihrem Mann auf. Zu sehr wird diese Art Beziehung in den Vordergrund gerückt, gespickt mit allerlei Action-Sequenzen driftet INSEMINATION – WIEDE DES GRAUENS noch mehr vom ursprünglichen Pfad ab. Die Action-Szenen sind zwar gut in Szene gesetzt worden, aber passen zur Story rein gar nicht. Sie verhelfen dem Film nur dazu noch weiter in die Langeweile geschoben zu werden. Schade, denn man ist von Regisseur Mark. L. Lester weitaus besseres gewöhnt. Ein wenig mehr den Fokus auf die Psyche des Killers hätten dem Film sicherlich zu mehr Authentizität verholfen. Potenzial hat die Story von INSEMINATION definitiv, es wurde nur leider nicht ausgeschöpft bzw. überhaupt für die ganze Laufzeit des Films genutzt.

In Deutschland ist INSEMINATION – WIEGE DES GRAUENS bislang ein ONLY VHS Kandidat, jedoch gibt es mehrere Auflagen wobei nur die von VPS ungeschnitten ist. Für Serienmörder Fans sicherlich mal eine Sichtung wert, kein Hit, kein Shit – knapp am Maßstab des Durchschnittes. Schade Mark, da hätte ich Dir mehr zugetraut!