Kritik: Play Motel (1979)

Play Motel (1979)

Play Motel (1979)Patrizia und Roberto, beide Schauspieler und seit vielen Jahren glücklich verheiratet, haben nach ihrem frivolen Aufenthalt im Play Motel eine Leiche im Kofferraum ihres Wagens gefunden. Sie lassen das Auto stehen und informieren die Polizei. Als diese dort ankommt, entdecken alle mit Erstauen, dass die Leiche spurlos verschwunden ist. Schon kurz darauf wird die Leiche an einem ganz anderen Ort entdeckt. Die Polizei ermittelt schnell die Identität der Frau, Maria Luisa Longhi, die Ehefrau des angesehenen Rinaldo Cortesi. Doch weitere Beweise oder Vermutungen auf einen Täter bleiben aus. So bittet die Polizei um Mithilfe der beiden Schauspieler, die sich als Ermittler ausgeben und im “Play Motel” mit ihren Nachforschungen beginnen sollen. Das wird, vor allen Dingen für Patrizia, schnell zu einem lebensgefährlichen Spiel . . .


Manche behaupten hast Du einen Sexploitation Film gesehen, dann hast Du alle gesehen. Nun diese Aussage stimmt nicht ganz, diese versuche ich zu widerlegen. Mit dem Film PLAY MOTEL aus dem Jahr 1979 versuchte zwar Regisseur Mario Gariazzo zwar an das Sexploitation – Giallo Genre anzubendeln, was ihm jedoch nicht ganz gelang. Seine ersten Werke galten dem Western Genre, DJANGO – VERGIBT SEINEN COLT (1969), ZEIG MIR DAS SPIELZEUG DES TODES (1971) und WEIHWASSER JOE (1971). Erst später schwenkte er Genre-Technisch um.

PLAY MOTEL soll ein Mix aus Komödie, Sex und Giallo darstellen, doch kratzt er in meinen Augen das Giallo Genre nur flüchtig an, zu wenig bekannter und Genreprägender Szenen sind im Film enthalten. Blutige Szenen sucht man hier fast vergebens, auch was die Abwechslung der Story angeht wird einem nur der Einheitsbrei geboten. Zwar kann der Film PLAY MOTEL mit allerlei Sex und Nacktszenen punkten, doch ob bei den gezeigten Material erotisches Knistern aufkommt, wage ich zu bezweifeln. Etwas mehr anrüchiges und schmuddeliger hätten dem Film gut getan. Wobei man bedenken sollte, das es eine Softcore und eine Hardcore Fassung des Films gibt.

Die Story mit den Erpressungen ist recht dünn in Szene gesetzt, etwas mehr Gewalt mit einer Prise roten Lebenssaft hätten den Film Schwung gebracht. So jedoch plätschert die Story mühselig vor sich hin, und manch Zuschauer ersehnt sich nach der Einblendung des Wortes ENDE.

Was dem Film noch sehr weit runter zieht, ist die misslungene deutsche Synchronisation. Die Sprecher teils unpassend gewählt, rattern lustlos, unmotiviert und emotionslos ihren Sprachtext runter. Hier wurden bestimmt recht günstige, unerfahrene Sprecher zur Arbeit heran gezogen. Das Label Cinestrange was PLAY MOTEL digital überarbeitet und auf Blu-ray veröffentlicht hat, weiß von der miesen Synchronisation und ist selbst nicht davon begeistert. Einen Film neu synchronisieren zu lassen ist bestimmt auch kein preisgünstiges Unterfangen.

Für mich als Fan von Sexploitation – Streifen ist PLAY MOTEL ein schlechter Beitrag zum Genre, einmal sichten reicht vollkommen aus, nur um seine Sammlung solcher Filme zu erweitern kann man ihn sich ins Regal stellen.


 

 

Stefan Retro

Stefan Retro

Seit nun mehr zwei Jahrzehnten habe ich mich den Filmen aus den 50er bis Ende der 90er verschworen. Meine private Filmsammlung wächst stetig und hat mittlerweile eine fünfstellige Zahl erreicht. Sei es VHS, HD DVD, DVD, Blu-ray - bei mir findet alles seinen Platz! Kommt mit auf die Reise in die Vergangenheit!

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