“Stephen King’s Nachtschicht” ist eine Verfilmung einer Kurzgeschichte

Stephen King’s Nachtschicht (1990)

Eine Textilfabrik muss von Grund auf gereinigt werden, doch im Kellergewölbe hausen mutierte Ratten. Drei Arbeiter wagen sich hinunter in das Reich der Ratten. Der darauf basierende Film wurde von King verurteilt, da es seiner Meinung nach nur um Geldmacherei mit seinem Namen ging.


“The Bachman Mills” nennt sich die Bruchbude von Textilfabrik, dessen heruntergekommenes Gelände und versiffter Keller das Hauptsetting in diesem 1990er Flick stellen.

Horrorpapst Stephen King verfasste seine Kurzgeschichte “Graveyard Shift” (“Nachtschicht”) unter eben diesem nachnamigen Pseudonym, so wie er auch die alte Spinnerei nannte, in welcher sich grausame Todesfälle unter mysteriösen Umständen ereignen.

Stephen King’s Nachtschicht (1990)

Der Chef und Vorarbeiter (durchtrieben & fies: Stephen Macht) versucht, durch Betrügereien und drangsalierendes Sklaventreibertum, die Ereignisse herunterzuspielen und zu vertuschen. Dies gelingt zusehends, bis sich die toughe Jane (Kelly Wolf) gegen ihren vormaligen Vergewaltiger auflehnt, und zwar mit Hilfe des “Helden” der Geschichte, dem schweigsamen Einzelgänger John (David Andrews). Da kann auch seine Reinigungstruppe von schmierig-schelmigen Arschlöchern (Andrew Divoff, Vic Polizos und Robert Alan Beuth), die ihrem Boss hörig ergeben sind, nichts gegen ausrichten. Auch der in die Betrügereien verstrickte “Exterminator” (herrlich-diabolisches Overacting und qualitative Spitze des durchschnittlichen Casts: Brad Dourif [“Chucky”]) hat in dieser Verstrickung keine Handlungsrelevanz, zudem bekommt er das “Hauptproblem” und den gewichtigsten Story-Anteil, die aggressive Rattenplage nebst “Cronenberg’scher Hommage-Mutation” nicht in den Griff, sodass sich der Großteil des Main-Casts im letzten Filmdrittel im Gruselkeller wiederfindet, wo das siffig-eklige Grauen wartet und nach freakiger Lust und Laune dezimierend agiert.

Stephen King’s Nachtschicht (1990)

Diese letzte halbe Stunde entschädigt in diesem Horrorflick auf gehobenem Late-Night-TV-Format für teils gähnende Längen in den ersten beiden Segmenten und läßt “Stephen King’s Graveyard Shift” im insgesamt positiven Mittelmaß zurück.