2. Juni 2020

RETRO-FILM

Vergessen war gestern, wir sprechen darüber!

Supervixens – Eruption (1975)

Superangel mit dem Superbusen in Russ Meyer´s SUPERVIXENS (1975)

Supervixens – Eruption (1975)

Clints superbusige Frau Superangel nervt ihren Mann mit ihrer sexuellen Gier und totaler Eifersucht. Sie verführt einen Cop, den sie fertig macht, weil er es im Bett nicht bringt. Dann geschieht ein grausames Verbrechen! Der Verdacht fällt auf Clint – und so beginnt seine Irrfahrt zu den Superweibern und ihren unbefriedigten Gelüsten…


Der Kalifornier Russ Meyer, welcher 2004 in Los Angeles verstarb, wurde als einer der bekanntesten und berühmt-berüchtigten Filmemacher des sogenannten “Bahnhofskinos” der 60er & 70er Jahre weltweit bekannt. Dabei bediente er in seinen Streifen viele, sexuelle Fetisch-formen und stellte dabei seine eigene Passion, nämlich große, natürliche Brüste, in den Hauptfokus seines Schaffens.
Zudem kombinierte er sexuellen Klamauk aller Coleur mit Gewaltexzessen, welche zum Teil plötzlich und eher unerwartet ausbrachen, und legte so den Grundstein für das trashige Sexploitation-Genre, dessen unangefochtener Vorreiter er wurde.

“Supervixens” erzählt die Tour-de-force des braven, introvertierten Mechanikers Clint (Charles Pitts), welcher fluchtartig seinen Job an einer Tankstelle aufgeben und sich der falschen Verdächtigung für den Mord an seiner Frau entziehen muss. Es treibt den armen Kerl dabei quer durch die Vereinigten Staaten, wobei einige ungezügelte Nymphomaninnen, wie auch der eigentliche Killer, der psychopathische Cop Harry Sledge (Charles Napier), mehrfach seinen Weg kreuzen, bis alles in einem explosiven Finale kumuliert.

Supervixens – Eruption (1975)

An dieser Stelle sei, aus dem Cast herausragend, Charles Napier gesondert genannt, welcher in diesem Streifen eine der ikonischsten Charaktere Meyers’ überhaupt verkörpert. Napier sorgt mit seinem diabolischen Haifischgrinsen und seinem stechenden, irren Blick, nebst endsarkastischen, schwarzhumorigen Sprüchen, für Gänsehaut und gellendes Lachen, welches aber mitunter aufgrund seiner rasenden Brutalität im Halse stecken bleibt.

Die Langszene, welche den Kampf auf Leben und Tod zwischen Harry und Clints Frau zeigt, gehört zu den heftigsten Teilen des gesamten Streifens. Interpretativ lässt sich sagen, dass die gelangweilte und sexuell frustrierte Dame einmal den “Bad Guy” haben wollte, sicherlich als überbordenden Kontrast zu ihrem braven “Männlein”. Dabei geizt sie weder mit ihren unbestrittenen Reizen, noch mit übersteigerter, provokativer Attitüde, was den Psychopathen und sexuellen Sadisten Harry immer weiter und weiter anstachelt, bis sein kranker Geist schließlich körperlich eruptiert.
Zu viel sei an dieser Stelle aber nicht verraten, man sollte diese atmosphärische Abwärtsspirale unvoreingenommen genießen. Napier glänzt dabei besonders, versteht er es doch meisterhaft, durch Mimik, Gestik und Konversation, Zuschauer wie Gegnerin zu täuschen und von der Erwartungshaltung her zu manipulieren. Man hörte und las mitunter, dass kein Geringerer als Tony Scott, sich von eben dieser Szene inspiriert fühlte, als er Patricia Arquette und James Gandolfini in “True Romance” ähnlich situiert kollidieren ließ.

Supervixens – Eruption (1975)

“Supervixens” besitzt alle typischen Merkmale eines Meyer-Streifens, wie konfuses Storytelling, schnelle Schnitte und Kamera-Irrfahrten, sowie verwirrende Logik-Löcher und mehr oder weniger versteckte, stets provokative Anspielungen.
So gehört die Tankstelle, für welche Clint zu Beginn tätig war, Martin Bormann! Ja, genau, dem “Martin Bormann”. Die Besetzung von Rollen mit geschichtsträchtigen Altnazis, die sich ein neues Leben aufbauten, zieht sich wie ein roter, speiend provokativer Faden durch Russ Meyers Schaffen.

Der übrige Cast wird in massenhafter Besetzung von vollbusigen Naturschönheiten gefüllt, welche allesamt den Namensvorsatz “SUPER” innehaben und für sich genommen immer eine Fetisch-orientierte, spezielle Besonderheit aufweisen.

Supervixens – Eruption (1975)

Score und Soundtrack sind zeit-geistig passend gewählt, sodass sich abschließend sagen lässt, das Fans sowie Interessierte dieser Art von cineastischer Nischen-kunst vergangener Dekaden, an “Supervixens” nicht vorbei kommen.


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