Ende der 70er war das Katastrophenkino auf seinem Höhepunkt: nach Flammendes Inferno und Erdbeben suchte Hollywood nach immer neuen Wegen, ganze Städte oder gleich den ganzen Planeten zu bedrohen. Mit „Meteor“ (1979) wagte man sich erstmals in den Weltraum – und servierte ein Katastrophenszenario, das mit großen Namen, teuren Effekten und kaltem Krieg-Pathos punkten wollte.
Handlung – Weltuntergang auf Zeit
Ein riesiger Meteor, fünf Kilometer breit, rast auf die Erde zu. Die Katastrophe scheint unausweichlich. Nur ein riskanter Plan könnte die Menschheit retten: Die USA und die Sowjetunion sollen ihre geheimen Satelliten mit Nuklearsprengköpfen einsetzen, um den Brocken im All zu zerstören.

Zwischen Misstrauen, politischen Spielchen und der drohenden Apokalypse muss Dr. Paul Bradley (Sean Connery), ein in Ungnade gefallener NASA-Wissenschaftler, das Unmögliche möglich machen. Unterstützt wird er von der sowjetischen Wissenschaftlerin Tatiana Donskaya (Natalie Wood) und dem amerikanischen General Adlon (Martin Landau). Während der Meteor immer näher kommt, ereignen sich bereits erste Einschläge, die Städte und Landschaften verwüsten.
Die Hauptdarsteller – Starpower gegen das Ende der Welt
- Sean Connery als Dr. Paul Bradley: Der ehemalige James Bond gibt den zynischen, aber brillanten Wissenschaftler, der das Schicksal der Erde in den Händen hält.
- Natalie Wood als Tatiana Donskaya: Hollywood-Ikone und hier in einer ihrer letzten Rollen – als sowjetische Dolmetscherin und Wissenschaftlerin bringt sie Charme und Menschlichkeit ins Szenario.
- Karl Malden als Harry Sherwood: Der bodenständige NASA-Direktor, der zwischen Politik und Wissenschaft vermitteln muss.
- Martin Landau als General Adlon: Der Hardliner im Pentagon, der jede Zusammenarbeit mit den Russen ablehnt – ein Paradebeispiel für den Kalte-Kriegs-Ton der Zeit.
- Brian Keith als Dr. Alexei Dubov: Der russische Gegenpart zu Connerys Bradley – schrullig, aber genial, und eine der Sympathiefiguren des Films.
- Henry Fonda als US-Präsident: Klein, aber fein – Fonda spielt gewohnt souverän und verleiht dem Film zusätzliche Gravitas.
Kritik – Katastrophenkino mit kaltem Krieg
„Meteor“ will alles: Spektakel, Drama, Politik und Hoffnung. Doch das Ergebnis wirkt oft zäh. Die Handlung dreht sich weniger um Action, sondern um Verhandlungen und internationale Zusammenarbeit – was zwar spannend klingt, im Film aber oft trocken und dialoglastig bleibt.

Die Spezialeffekte schwanken zwischen beeindruckend und enttäuschend. Während die Einschlag-Szenen (Lawinen, Flutwellen, Explosionen) für damalige Verhältnisse durchaus eindrucksvoll waren, wirken die Modellaufnahmen des Meteors im Weltraum heute eher billig.
Was den Film jedoch rettet, ist die Besetzung: Connery trägt das Ganze mit seiner typischen Coolness, Brian Keith und Karl Malden bringen Charaktertiefe, und Natalie Wood sorgt für Herz. Zudem ist der Kalte-Krieg-Konflikt heute ein spannendes Zeitdokument.
Fun Facts zum Film
- Das Budget betrug rund 16 Millionen Dollar, damals sehr hoch – allerdings floppten die Einspielergebnisse, da der Film im Schatten von Star Wars und Superman stand.
- Die Special Effects stammen teils von Veteranen, die zuvor an 2001: Odyssee im Weltraum gearbeitet hatten – dennoch wirkte vieles schon 1979 altbacken.
- Natalie Wood sprach im Film ihre russischen Dialoge selbst – sie war Tochter russischer Einwanderer.
- Regisseur Ronald Neame inszenierte zuvor das erfolgreiche Katastrophendrama Die Höllenfahrt der Poseidon (1972).
- Später wurde „Meteor“ oft mit Armageddon (1998) verglichen – im Prinzip war er dessen „ernster Vorläufer“.
Fazit – Ein halber Treffer
„Meteor“ ist kein Highlight des Katastrophen-Genres, aber ein interessanter Film seiner Zeit. Die Mischung aus politischem Drama und Weltraum-Spektakel wirkt manchmal sperrig, doch die Starbesetzung und einige starke Szenen retten das Erlebnis. Für Fans von Connery, 70er-Katastrophenkino und Retro-Sci-Fi ist der Film ein Muss – wenn auch mit Abstrichen.
Retro-Bewertung
☄️ Katastrophen-Spektakel: ★★★☆☆
🎭 Schauspieler-Cast: ★★★★☆
📼 VHS- & TV-Nostalgie: ★★★★☆
👉 Gesamt: 3,5 von 5 Retro-Sternen
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