Die 80er waren nicht nur das Jahrzehnt der Splatter-Schocker, sondern auch der kleinen, dreckigen B-Horrorfilme, die in den Videotheken wie giftige Pilze aus dem Regal sprossen. Ein Paradebeispiel: „Mutant II“ (Originaltitel: Night Shadows, 1984). Hier treffen klassische Zombie-Motive auf Südstaaten-Atmosphäre – mit einer Geschichte, die zwischen Öko-Horror, Thriller und handfestem Untoten-Spaß schwankt.
Handlung – Willkommen in Goodland
Die Brüder Josh und Mike Cameron (Wings Hauser und Lee Montgomery) stranden in einer Kleinstadt im Süden der USA. Was zunächst nach Provinzidylle aussieht, entpuppt sich bald als Albtraum: Die Einwohner leiden an einer mysteriösen Krankheit, die ihre Haut blau verfärbt und sie zu zombieartigen Mutanten macht.

Schnell wird klar: Chemische Abfälle einer skrupellosen Firma haben das Trinkwasser verseucht. Aus den freundlichen Bürgern werden mordlustige Kreaturen, die nur eines im Sinn haben: sich zu verbreiten. Für die Brüder beginnt ein Kampf ums Überleben – und um das Aufdecken der Ursache.
Die Hauptdarsteller – Helden im Verseuchungschaos
-
Wings Hauser als Josh Cameron: Der kernige Hauptdarsteller bringt jede Menge 80er-Charisma mit. Hauser war nie ein Superstar, aber in unzähligen Genreproduktionen ein vertrautes Gesicht.
-
Lee Montgomery als Mike Cameron: Der jüngere, idealistische Bruder. Bekannt u. a. aus Ben (1972) und Girls Just Want to Have Fun (1985).
-
Bo Hopkins als Sheriff Will Stewart: Der skeptische, aber letztlich tapfere Gesetzeshüter, der es mit den Mutanten aufnehmen muss. Hopkins war ein typischer Charakterkopf der 70er/80er und oft in Nebenrollen zu sehen.
-
Jody Medford als Holly Pierce: Die klassische Love Interest und Verbündete der Brüder.
-
Stuart Culpepper als Bürgermeister Buford: Symbol für Korruption und Gleichgültigkeit – ein Gegner, der fast schlimmer ist als die Mutanten selbst.
Zombies mit Öko-Botschaft
„Mutant II“ ist kein Splatter-Feuerwerk à la Fulci, sondern eher ein atmosphärischer B-Horror, der viel aus seiner Kleinstadt-Location zieht. Die langsamen, bläulich verfärbten Mutanten sind mehr erschreckend als blutig – was dem Film einen fast klassischen 70er-Look verleiht. Dazu kommt die unterschwellige Öko-Botschaft: Umweltverschmutzung, Chemieabfälle und Profitgier verwandeln Menschen in Monster.

Fun Facts zum Film
-
Der Film lief in den USA auch unter dem simplen Titel „Mutant“ – der deutsche Verleih machte daraus „Mutant II“, um ihn in die VHS-Welle der Zombie-Filme einzureihen.
-
Regie führte John „Bud“ Cardos, der zuvor schon mit Kingdom of the Spiders (1977) einen Kultfilm inszenierte.
-
Bo Hopkins war eine Art „Gesicht“ des Südstaaten-Genres, oft besetzt in Rollen zwischen Sheriff und Schurke.
-
Auf VHS in Deutschland war der Film ein echter Videotheken-Dauerbrenner – gerade durch das reißerische Cover mit Zombies, das deutlich mehr Gore versprach, als der Film am Ende hielt.
Fazit – Südstaaten-Zombies mit VHS-Charme
„Mutant II“ ist kein Splatterfest und kein High-Class-Horror, aber ein typischer 80er-Videothekenhit: düstere Atmosphäre, solide Darsteller, eine ordentliche Portion Trash und eine Öko-Botschaft, die zwischen den Zeilen mitschwingt. Wer seine Zombies lieber langsam, schleimig und in bläulicher Schminke mag, liegt hier goldrichtig.

Retro-Bewertung
🧟♂️ Zombie-Design: ★★★☆☆
🌆 Atmosphäre: ★★★★☆
📼 VHS-Kult: ★★★★★
👉 Gesamt: 4 von 5 Retro-Sternen
| Story | |
| Spannung | |
| Action | |
| Nostalgie |
| Story | |
| Spannung | |
| Action | |
| Nostalgie | |
|
|
![]()