cliffhanger-1993-kritik-sylvester-stallone

Nur die Starken überleben – Cliffhanger (1993)

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Handlung

Gabe Walker, der beste Ranger des Rocky Mountain Rescue Teams, ist nach einem tragischen Unfall traumatisiert. Nie wieder will er einen Fuß in die Berge setzen. Als er nach einem Jahr sein ehemaliges Team besucht, trifft plötzlich ein Notruf ein. Gabe muss zu den tödlichen Gipfeln zurückkehren. Doch bald entpuppen sich die Opfer als brutale Verbrecher.

Kritik

Sylvester Stallone liefert mit CLIFFHANGER ein Dekaden-typisches 90er-Actionvehikel grundsolide ab, ohne zu glänzen, aber auch ohne zu versagen. Seine Rolle des posttraumatisierten Bergführers, der es bei einer Rettungsaktion mit Gangstern zu tun bekommt, hätte, mitsamt des schicksalhaft-beteiligten Casts der “Guten”, mehr Tiefe vertragen können, was die Schwächen des Films gnadenlos offenbart: Eine dünne Storyline, gespickt mit schwachen, teils sogar dümmlichen Dialogen. Actiontrash kann so etwas vertragen und trotzdem begeistern, ein ernstgemeintes Actiondrama wie CLIFFHANGER, wo es auch auf Glaubwürdigkeit ankommt, hätte mehr liefern können oder gar müssen.
Auch auf der Seite der “Bösen” wurde sich zu sehr auf Hauptantagonist John Lithgow verlassen, der zweifelsohne herrlich-gemein und teuflisch-verschlagen aus dem gesamten Ensemble deutlich herausragt, wohingegen die restlichen Fieslinge als, z.T. im wahrsten Sinne des Wortes, “FALLOBST” vergeudet werden. Sicherlich ist dies alles absolut genretypisch, jedoch gibt es im Actionsegment, trotz vermindertem Plot-Fokus, darstellerische Glanzlichter bei ähnlich gelagerter Charakterisierung, wie z.B. fünf Jahre zuvor, in DIE HARD (Willis vs. Rickman). Interessant wäre diesbezüglich der ursprünglich geplante Oberschurken-Cast gewesen: Stallone wäre wohl noch deutlicher von Christopher Walken “an die Wand gespielt” worden, als ohnehin schon von Lithgow.
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Trotzdem fällt Sly’s Performance insgesamt akzeptabel aus, obwohl er es eigentlich viel besser kann. Eigenreferenziell sei dabei, fünf Jahre später, seine starke Darbietung in COP LAND (USA 1997) zu nennen. Seine Rolle dort war dramaturgisch vergleichbar gestaltet, obwohl sich zur seelischen Desillusioniertet noch körperliche Versehrung gesellte.
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Auf der Habenseite prunkt Renny Harlin’s bekanntes und bewährtes Gespür für stringent inszenierte Non-Stop-Action und durchgehende, kurzweilige Spannung. Highlights bieten außerdem die ausgezeichnete Stuntarbeit, das beeindruckende Natur-Setting im eisigen Schnee der Rocky Mountains und die audiovisuellen Effekte, welche 1994 sogar Oscar-nominiert waren, neben der ebenfalls zur Auszeichnung vorgesehenen, brillant-präzisen Ton-Arbeit.
CLIFFHANGER pendelt sich insgesamt im überdurchschnittlichen Mittelfeld des schnörkellosen Actiongenres dieser Ära ein.

Medien

“Cliffhanger” ist auf VHS, DVD und Blu-ray mit einer Freigabe von FSK 16 erhältlich. Zudem ist er von “Studiocanal” auf UHD erschienen.

Trailer

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