Die 80er waren die große Zeit für Cyborgs, Terminatoren und blecherne Zukunftsvisionen. Nachdem James Cameron mit The Terminator 1984 den Ton gesetzt hatte, wollten natürlich auch die italienischen Genre-Meister ein Stück vom Kuchen abhaben. Einer der schrägsten Vertreter dieser Welle ist „Paco – Kampfmaschine des Todes“ (Original: Vendetta dal futuro) von Sergio Martino. Ein Film, der alles hat: Cyborgs, Kämpfe, Neon-Look und eine Story, die klingt, als wäre sie beim Espresso in Rom in fünf Minuten hingekritzelt worden.
Handlung – Halb Mensch, halb Maschine, voll Rache
Paco Queruak (gespielt von Daniel Greene) ist kein normaler Mann – er ist ein Cyborg, halb Mensch, halb Maschine, programmiert zum Töten. Sein Auftrag: den Umweltaktivisten Arthur Mosely auszuschalten, der den Machenschaften des Großindustriellen Francis Turner im Weg steht.

Doch Paco zweifelt an seiner Mission – sein menschliches Herz schlägt stärker als sein mechanisches Innenleben. Statt Mosely zu töten, schützt er ihn. Fortan wird er selbst zum Gejagten. In einer Mischung aus Road-Movie, Biker-Action und Endzeit-Science-Fiction schlägt sich Paco durch Truckstop-Schlägereien, Cyborg-Kämpfe und Arena-Duelle, während Turner alles daran setzt, seine „Schöpfung“ zurückzuholen.
Die Hauptdarsteller – Italo-Kultgesichter in Bestform
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Daniel Greene als Paco Queruak: Der kantige Amerikaner war eigentlich TV-Darsteller (Falcon Crest, Dallas), doch hier darf er den wortkargen Cyborg geben. Sein starrer Blick und seine Muskelpower passen perfekt ins VHS-Regal der 80er.
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George Eastman als Raul Morales: Italos Allzweckwaffe für Schurkenrollen. Eastman (Antropophagus, Endgame) liefert wieder mal einen herrlich fiesen Part, der den Film würzt.
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John Saxon als Francis Turner: Hollywood-Veteran Saxon (Enter the Dragon, Nightmare on Elm Street) verleiht dem bösen Strippenzieher Klasse – und kassierte bestimmt den größten Teil des Budgets.
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Claudia Brezza als Linda: Die junge Frau, die Paco Unterschlupf gewährt und so etwas wie seine Menschlichkeit hervorholt. Klassische 80er-Love-Interest-Rolle mit Drama-Faktor.
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Arthur Roberts als Arthur Mosely: Der Umweltaktivist, der zum Ziel wird. Eine Nebenrolle, die aber die ganze Handlung lostritt.
VHS-Power zwischen Terminator und Mad Max
„Paco – Kampfmaschine des Todes“ ist eine wilde Mischung: ein bisschen Terminator, ein bisschen Universal Soldier, eine Prise Mad Max und jede Menge Italo-Trash. Die Actionszenen sind überzogen, die Effekte herrlich billig – Paco reißt im Kampf schon mal Stahlplatten mit den bloßen Händen auseinander oder zeigt Kabel statt Blutadern.

Besonders kultig: das große Endduell in der Arena, in dem Paco gegen einen Mutanten-Cyborg antreten muss – reines VHS-Gold, bei dem die Logik längst verbrannt ist.
Fun Facts zum Film
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Regie führte Sergio Martino, der zuvor mit Gialli (Der Killer von Wien) und Kannibalenfilmen (Jäger der Apokalypse) glänzte – und hier sein Faible für Action auslebte.
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Gedreht wurde überwiegend in Arizona und Italien – ein Mix, der für staubige Endzeit-Atmosphäre sorgt.
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Der Film war in Deutschland ein Videothekenhit, oft im Regal direkt neben Terminator und Cyborg zu finden.
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John Saxon war ein echter Vielarbeiter, der in den 80ern gefühlt in jedem zweiten Exploitationfilm eine Rolle hatte – auch hier als „seriöses Gesicht“ zwischen Italo-Chaos.
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In den USA lief der Film unter dem Titel Hands of Steel.
Fazit – Italo-Cyborg mit Stahlfäusten
„Paco – Kampfmaschine des Todes“ ist kein großes Science-Fiction-Kino, aber ein Meisterwerk des Italo-Trash: kompromisslos, schräg, voller überzeichneter Figuren und herrlich naiver Effekte. Wer die 80er auf VHS erlebt hat, kennt das Cover mit dem muskelbepackten Cyborg, der seine Stahlhand ausstreckt.
Für Fans von Endzeit- und Cyborg-Filmen ist „Paco“ Pflichtprogramm – ein Stück Italo-Actiongeschichte, das so nur in den 80ern entstehen konnte.
Retro-Bewertung
🤖 Cyborg-Action: ★★★★☆
💥 Trash-Faktor: ★★★★★
📼 VHS-Kult: ★★★★★
👉 Gesamt: 4,5 von 5 Retro-Sternen
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