🦇 Salem II – Die Rückkehr (1987)

Wenn Larry Cohen nach Salem zurückkehrt, bleibt kein Pflock trocken
Willkommen in der VHS-Hölle – heute mit einem Film, der sich anfühlt wie eine Stephen-King-Fortsetzung auf Beruhigungsmitteln, gedreht von einem Regisseur, der sich einen feuchten Vampirzahn um Genre-Grenzen schert: „Salem II – Die Rückkehr“. Klingt nach großem Drama? Ist eher ein kurioser Trip in ein Nest voller biederer Blutsauger – und ja, das ist so herrlich schräg, wie es klingt.
🩸 Larry Cohen’s bissige Heimkehr
Nachdem Brennen muss Salem 1979 den Fernsehzuschauern das Fürchten lehrte, kam 1987 plötzlich dieses Sequel ums Eck – ohne King, ohne Bezug zum Original und ganz ohne klassischen Vampir-Terror. Dafür mit:
🧃 Einem blassen Journalisten-Vater mit Brille
👦 Seinem nervigen Sohn
🧛♂️ Und einer Stadt, in der wirklich JEDER ein Vampir ist – vom Bürgermeister bis zur Grundschullehrerin

Regie führte Larry Cohen, der Godfather des schrägen B-Horrors (It’s Alive, The Stuff), und der dachte sich: „Wenn schon Fortsetzung, dann wenigstens komplett anders.“ Und das ist ihm auch gelungen. Salem’s Lot 2 fühlt sich eher an wie ein Vampir-Western im Pseudo-Doku-Stil mit Sozialsatire. Klingt irre? Ist es auch.
💬 Der beste Satz des Films:
„Wir trinken kein Menschenblut mehr. Rinderblut ist viel ethischer.“
(Sagte noch nie ein Vampir in einem ernstzunehmenden Horrorfilm.)
🎬 Die Besetzung? Eine kleine Blutgruppe!
- Michael Moriarty (Cohens Stammgast) gibt den sarkastischen New Yorker Schreiberling – mehr Woody Allen als Van Helsing.
- Samuel Fuller, ja DER Samuel Fuller, spielt hier ernsthaft einen rabbinischen Vampirjäger. Kein Witz.
- Und Tara Reid hat mit zarten 12 Jahren ihren ersten Auftritt. Damals noch ohne Kettensäge oder Haifisch.

📀 Das Mediabook – Blutkonserve für Sammler
Plaion Pictures hat sich diesen Underdog geschnappt und ihm eine würdige Heimkino-Wiedergeburt spendiert. Was drin steckt:
- Uncut-Version (FSK 18 – jawoll!)
- Bild & Ton ordentlich, kein HD-Wunder, aber besser als jede VHS mit Bandsalat
- Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie, Booklet – keine Extras, die den Sargdeckel sprengen, aber ein feines Rundumpaket für Nostalgiker
- Artwork im typischen Retro-Schick – genau das, was in dein Mediabook-Regal gehört
🦇 Fazit: Kein König, aber ein Count Cohen
„Salem II – Die Rückkehr“ ist kein Grusel-Meisterwerk, aber ein herrlich schräger Sonderling im Horrorkanon der 80er. Zwischen Gesellschaftskritik, Vampirklamauk und absurden Dialogen entfaltet sich ein B-Horror mit Charakter – oder wie man in Salem sagt: „It’s a living… afterlife!“
Wer seine Sammlung nicht nur mit den großen Klassikern, sondern auch mit den charmanten Außenseitern des Genres füllen will, liegt hier genau richtig. Und hey – wann hat man schon mal einen jüdischen Vampirjäger, der aussieht wie ein Geschichtsprofessor?
Retro-Film-Urteil:
🩸🩸🩸🩸 von 🩸🩸🩸🩸🩸 Blutbeuteln – für Mut zur Andersartigkeit und den Cohen-Charme.

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