…und Gerechtigkeit für alle (1979)

…und Gerechtigkeit für alle (1979)

Anwalt Arthur Kirkland ist es leid, fast täglich gegen einen korrupten und selbstgefälligen Justizapparat ankämpfen zu müssen. Der kaltherzige Richter Fleming ist dabei einer seiner größten Hasskandidaten. Als der wegen Vergewaltigung und Misshandlung eines Mädchens angeklagt, soll ausgerechnet Kirkland ihn verteidigen. Nachdem er sich weigert, den Job auszuführen, wird er wegen eines Formfehlers schließlich doch noch dazu gezwungen. Als Kirkland dann auch noch heraus bekommt, dass Fleming tatsächlich schuldig ist, kommt es vor Gericht zu einem Eklat…


“….und Gerechtigkeit für alle” aus dem Jahr 1979 zählt zu den eher unbekannteren Filmen mit Hollywood-Legende Al Pacino. Der Charakterdarsteller in einem trockenen aber brisanten Justiz-Thrill-Drama. Der Film entstand unter der Regie von Norman Jewison. Kein Unbekannter Regisseur der sich dieses Skript vornahm und dafür sorgte das Al Pacino die Hauptrolle bekam und vor allem auch annahm. Jewison drehte unter anderen noch Filme wie “Bei Madame Coco” (1965), “In der Hitze der Nacht” (1967) und “Rollerball” (1975) um nur ein paar Titel zu nennen.

Al Pacino wurde für den Oscar im Bereich „Bester Hauptdarsteller“ nominiert. Ebenfalls eine Nominierung gab es für das Drehbuch. Trotzdem ist der Film eher unbekannt und tristet sein Dasein als eine Art Geheimtipp.

Al Pacino schlüpfte in die Rolle von Anwalt Arthur Kirkland, ein Mann der alles für seinen Job tut. Sich sogar mit einem Richter anlegt der ihn dafür schon mal eine Nacht ins Kitchen wirft. Nicht zum ersten Male. Kirkland ist ein aufstrebender Anwalt, der einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit hat. Er opfert viel seines Lebens für seine Mandaten um die Unschuldigen wirklich aus den Fängen der Justiz zu befreien. Sehr zum Mißgefallen seiner Kollegen und Vorgesetzten. Dumm ist nur wenn man durch Erpressung einen angeklagten Richter vertreten muss, der einem vorher schon öfter Nächte im Gefängnis bereitet hat.

“….und Gerechtigkeit für alle” ist ein zynischer und teils trockener Film, eine tiefe Charakter-Inszenierung blieb leider allen Darstellern verwehrt. Die Mühlen der Justiz besonders in den USA ist etwas anders aufzufassen als hierzulande. Dies merkt man vor allem an den Urteilen der jeweiligen Richter. Nicht zu vergessen die Forderungen der Ankläger. Al Pacino holt alles aus seiner Rolle raus, was das Drehbuch hergab.

In weiteren Rollen sind unter anderem Jack Warden als Richter zu sehen. Ein Mann der es liebt über die Grenzen hinaus zu gehen. Ein Hubschrauber-Pilot der ganz gerne mal die Anzeigen außer Acht lässt und seinem Bauchgefühl mehr vertraut, wie im Gerichtssaal. Hinzu kommt das er einen Hang zum Selbstmord hegt und auch schon mal vor einer Verhandlung sich mit einem Gewehr das Leben nehmen will.

Jeffrey Tambor schlüpfte in die Rolle eines Anwalts-Kollegen, der ebenfalls etwas über die Strenge schlägt. Aufgrund dessen das er einen unschuldigen Mann ins Gefängnis brachte, greift er zu drastischen Mitteln und rasiert sich eine Glatze. Hinzu kommen seine Eskapaden und wilden Ausbrüche, die schon nahe dran an einer geistigen Verrücktheit ähneln. In einer weiteren Rollen ist Christine Lahti zu sehen. Sie mimt ein Ausschuss-Mitglied die Anwalt Kirkland auf den Schirm haben und ihnen unangemessene Methoden und Verfahren ankreiden. Nebenbei hat sie ein Techtel-Mechtel mit Kirkland was zu meist nur aus körperlicher Nähe, Vergnügen besteht.

Regisseur Jewison schaffte es sogar eine Prise Humor ins trockene Justiz-Drama zu verpacken. Jedoch bleiben sie bedeckt und unterstreichen lediglich diverse Handlungsstränge. Sie dienen oft dazu das Szenario vom Thriller zum Drama innerhalb von Sekunden zu kippen. Leider wird die Haupthandlung des Films zu oft außer Acht gelassen und sich zu sehr auf die Nebenplots konzentriert. Dies sorgt etwas für Verwirrung und Desinteresse des Zuschauers.

Trotz kleiner Schwächen bietet “…und Gerechtigkeit für alle” einen hohen Unterhaltungswert. Er zeigt eindrucksvoll das typische amerikanische System der Gerichte. Auch wenn es manchmal eher wie ein Irrenhaus wirkt.



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