Wer sich in den 90ern durch die Action-Ecke der Videothek gewühlt hat, kennt das Phänomen: Ein großer Kinohit läuft, und kurze Zeit später gibt es günstig produzierte Ableger, die mit ähnlichem Titel das schnelle Geld machen sollen. Genau so ein Fall ist „Universal Soldier – Brüder unter Waffen“ (Original: Universal Soldier II: Brothers in Arms) von 1998.
Wichtig: Mit dem Van-Damme-Blockbuster von 1992 oder dessen offizieller Fortsetzung „Universal Soldier – Die Rückkehr“ (1999) hat dieser Film absolut nichts zu tun – außer dem Namen.
Handlung – Deveraux reloaded
Die Handlung knüpft lose an den ersten „Universal Soldier“ an. Luc Deveraux und Veronica Roberts sind auf der Flucht vor dem UniSol-Programm, das weiterhin Supersoldaten erschafft. Natürlich gibt es korrupte Militärs, Experimente an Menschen und eine Spur der Zerstörung.

Das Problem: Anstelle von Jean-Claude Van Damme gibt’s hier Matt Battaglia als Luc Deveraux – und der wirkt eher wie der Cousin dritten Grades, der beim Casting zufällig vorbeikam.
TV-Produktion statt Kino
„Universal Soldier – Brüder unter Waffen“ war eigentlich eine TV-Produktion, die in Kanada für den US-Sender Showtime gedreht wurde. Das Budget war überschaubar, die Effekte eher Kabel-TV-Niveau. Dennoch wurde der Film international als „Fortsetzung“ vermarktet – was in Deutschland in der Videothek bestens funktionierte. VHS-Cover mit viel Explosion und Cyborg-Soldaten zogen schließlich immer.

Fun Fact: Gleich im Anschluss wurde noch ein dritter TV-Film mit Battaglia gedreht – Universal Soldier III: Unfinished Business. Beide Streifen verschwanden schnell wieder in der Versenkung.
Cast & Unterschiede zum Original
Matt Battaglia als Luc Deveraux – blass und ohne die Ausstrahlung von Van Damme.
Chandra West als Veronica – pflichtbewusst, aber austauschbar.
Burt Reynolds als General – tatsächlich der größte Name im Cast, allerdings nur in einer Nebenrolle, vermutlich für den Scheck.
Das Ganze wirkt mehr wie eine lange Serienfolge aus den 90ern als wie ein echter Actionfilm.
Fun Facts zum Film
- Der Film wurde in Deutschland groß als „Teil 2“ vermarktet, was für reichlich Verwirrung sorgte, da Van Damme nirgends zu sehen war.
- Burt Reynolds drehte seine Szenen in wenigen Tagen ab und verschwand wieder – easy money.
- In den USA liefen die beiden TV-Filme ursprünglich als Doppelpack im Fernsehen.
- Die Fans ignorieren die Filme meist komplett – in der offiziellen „Universal Soldier“-Reihe gelten sie als nicht existent.
Fazit – Videothekenfutter für Unerschrockene
„Universal Soldier – Brüder unter Waffen“ ist ein klassisches Beispiel für Videotheken-Trittbrettkino. Wer einen echten Van-Damme-Kracher erwartet, wird bitter enttäuscht. Wer aber auf 90er-TV-Action mit billigem Charme, Pseudo-Cyborgs und schlichten Explosionen steht, der kann hier einen kuriosen Abend verbringen. Nostalgisch wertvoll – aber filmisch eher ein Fehltritt.
Retro-Bewertung
💥 Action: ★★☆☆☆
🤖 Story: ★★☆☆☆
🎬 Trash-Faktor: ★★★☆☆
👉 Gesamt: 2 von 5 Retro-Sternen
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