Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen (1982)

Action-Spezialist John Frankenheimer schickt seinen Helden Rick (Scott Glenn), einen ehemaligen amerikanischen Preisboxer, in den blutigen Privatkrieg zweier japanischer Brüder. Einen Krieg um zwei Samurai-Schwerter, die Yoshida, der ältere Bruder, in seinen Besitz bringen will. Dafür bezahlt er Rick mit harten Dollars. Im Kampf gegen die Killer des jüngeren Bruders, gegen Macht und Besitzgier entdeckt Rick eine Welt mit jahrhundertealten Wertvorstellungen – und macht sie zu seiner eigenen. Ein Film, in dem die traditionellen Kampfweisen Japans mit den modernen Denkweisen Amerikas knallhart zusammenprallen. Zuletzt entscheidet der Schwertkampf nach den Gesetzen der Samurai…

Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen: Ein unterschätzter Actionfilm von John Frankenheimer

John Frankenheimer ist ein Regisseur, der vor allem für seine Actionfilme bekannt ist. Mit Filmen wie “Ronin” und “French Connection 2” hat er sich einen Namen gemacht und gilt als einer der besten Regisseure des Genres. Doch es gibt einen Film von ihm, der leider oft übersehen wird: “Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen”. Der Film wurde 1982 veröffentlicht und ist bis heute ein Geheimtipp für Fans von guter Action.

Die Handlung des Films ist relativ einfach: Der heruntergekommene Boxer Rick (gespielt von Scott Glenn) bekommt von Toshio Yoshida (Sab Shimono) den Auftrag, ein altes Schwert nach Japan zu überführen. Rick nimmt den Auftrag an und begibt sich auf den Weg, ohne zu wissen, auf was er sich da eingelassen hat. Er wird in einen Streit hineingezogen, der schon seit Jahrzehnten existiert, zwischen den Brüdern Toru (Toshiro Mifune) und Hideo (Atsuo Nakamura). Es entbrennt ein gnadenloser Kampf um das Schwert und Rick ist mittendrin. Anfangs fällt es ihm schwer, sich für eine Seite zu entscheiden, aber im Laufe des Films lernt er die japanische Kultur und Kampfkunst kennen und schlägt sich auf die Seite von Toru.

Was den Film so interessant macht, ist der Clash zweier Kulturen. Rick kommt in ein völlig fremdes Land und wird zusammengeschlagen, gejagt und fast erstochen. Dabei wurde er selbst nur als Ablenkungsmanöver missbraucht. Aber er gibt sich trotzdem der japanischen Kultur und Kampfkunst hin, weiß aber anfangs immer noch nicht richtig, auf wessen Seite er steht. Wie immer wird bei Frankenheimer das Wort “Realität” groß geschrieben, das Finale mal abgesehen. Aber Rick ist kein Superheld. Er unterliegt seinen Gegnern immer und kann mehr oder weniger nur durch Glück entkommen. Somit lernt er die japanische Kampfkunst, doch das Training ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Er wird geschlagen, gedemütigt und mehrere Tage in die Erde eingegraben, aber er gewinnt immer mehr das Vertrauen des Senseis Toru und schlägt sich auch auf dessen Seite.

Der Film hat zwar nicht sonderlich viel Action zu bieten, wird jedoch niemals langweilig oder hat Durchhänger. Das Gegebene ist viel zu interessant dargestellt, um zu langweilen. Die Actionszenen fallen auch immer ziemlich kurz aus, sind aber sehr brutal anzuschauen. Kleinere Shootouts mit sehr blutigen Einschüssen, auch mit Wurfsternen, Schwertern oder Pfeil und Bogen werden Gegner wortwörtlich hingerichtet. Das Finale bietet den Höhepunkt der Actionszenen, inklusive einem tollen Endkampf. Hier setzte Frankenheimer dann auf typische Brachialaction, welche zwar nicht realitätsgetreu ist, aber nun mal super ausschaut.

Dem ganzen Film hat er mit einem sehr tristen Look versehen. Amerika präsentiert sich sehr monoton, während Japan eher farbenfroh ist, doch das Wetter ist auch hier meistens schlecht. Scott Glenn meistert seinen Part bravurös, eine seiner besten schauspielerischen Leistungen. Aber auch das restliche Feld agiert überdurchschnittlich.

Leider ist der Film bis heute sehr unbekannt und wurde auch im deutschen Fernsehen noch nicht ausgestrahlt. Warum das so ist, bleibt ein Rätsel. Vielleicht liegt es daran, dass der Film auf Video leicht zensiert werden musste. Aber das sollte niemanden davon abhalten, sich diesen Film anzuschauen. Es ist ein absoluter Geheimtipp für Freunde guter Action. 1A inszeniert, recht spannend, mit guten Darstellern versehen. Aber Vorsicht, teils ziemlich explizit.

Insgesamt ist “Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen” ein unterschätzter Film, der es verdient hat, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Es ist ein spannender Actionfilm mit einer interessanten Handlung und guten Darstellern. Wer auf der Suche nach einem guten Actionfilm ist, sollte sich diesen Film auf jeden Fall anschauen.

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By Stefan Retro

Seit nun mehr zwei Jahrzehnten habe ich mich den Filmen aus den 50er bis Ende der 90er verschworen. Meine private Filmsammlung wächst stetig und hat mittlerweile eine fünfstellige Zahl erreicht. Sei es VHS, HD DVD, DVD, Blu-ray - bei mir findet alles seinen Platz! Kommt mit auf die Reise in die Vergangenheit!

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