„Von der Gothic‑Gruselvilla ins sonnige Australien – und vom Vollmond direkt in den Beutel!“
Es gibt Werwolf‑Filme, die nehmen sich bitterernst. Dunkle Wälder, unheilvolle Geigenmusik, bluttriefende Bestien. Und dann gibt’s „Wolfmen“ – offiziell „Howling III“, in Deutschland aber mit einem knackigen Videotheken‑Titel versehen, der irgendwo zwischen Trash‑Horror und Abenteuer‑TV‑Mehrteiler liegt. Regisseur Philippe Mora (der auch schon bei „Howling II – Stirba, Werewolf Bitch“ die Regie schwang) beschloss hier: Warum immer nur düstere Horror‑Märchen erzählen, wenn man stattdessen einen Werwolf‑Naturdoku‑Horror‑Satire‑Mix drehen kann?
Handlung – Down Under im Fellrausch
Professor Harry Beckmeyer (Barry Otto) hat eine Obsession: Er glaubt an die Existenz von Werwölfen. Als ihm Filmaufnahmen aus dem australischen Outback zugespielt werden, die ein wolfsähnliches Wesen mit Beutel (!) zeigen, ist für ihn klar: Das sind keine gewöhnlichen Wölfe – das sind Marsupial Werewolves, also Beutel‑Werwölfe.
Zur gleichen Zeit versucht die junge Jerboa (Imogen Annesley), aus einer kleinen, merkwürdigen Outback‑Gemeinde zu fliehen. Diese Gemeinde besteht komplett aus eben jenen Beutel‑Wolfswesen. Sie landet zufällig bei einem Filmset in Sydney, wird prompt als exotischer Newcomer‑Star gecastet – und verliebt sich in Regieassistent Donny (Leigh Biolos).
Alles könnte so romantisch werden, wäre da nicht der Vollmond … und die Tatsache, dass Jerboa schwanger wird – in einem Tempo, das jedem Kaninchen peinlich wäre.

Werwölfe im Beutellook – und das ernst gemeint
„Wolfmen“ macht Schluss mit den Universal‑Monster‑Regeln. Statt glatzköpfiger Silberkugel‑Killer gibt’s hier Werwölfe, die eher nach zoologischem Experiment aussehen:
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Sie tragen ein Fellkleid, das ein bisschen wie Karnevalskostüm wirkt.
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Die Transformation läuft nicht über klassische Latex‑Masken, sondern oft über schlichte Morphing‑Effekte und Make‑up, das irgendwo zwischen Kunstpelz und Tiermaskottchen pendelt.
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Die größte Überraschung: Die Weibchen haben tatsächlich einen Beutel wie ein Känguru – und gebären darin kleine, rosa Werwolf‑Embryos, die aussehen wie Spielzeugfiguren aus einem Schokoladenei.
Meta‑Satire & australischer B‑Movie‑Charme
„Wolfmen“ ist keine Horror‑Granate wie John Landis’ „American Werewolf“. Stattdessen mischt Philippe Mora Meta‑Elemente (Film im Film, Medienkritik, Regierungsverschwörungen) mit abgedrehten Naturdoku‑Anleihen. Immer wieder gibt’s Szenen, die aussehen wie aus einer Tierwelt‑Reportage – nur eben mit marsupialen Werwölfen.
Dazu gesellt sich typisch australisches B‑Movie‑Feeling:
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Viel Outback‑Szenerie
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Komische Nebenfiguren, die aussehen, als seien sie gerade aus einer Kneipe auf’s Set geschubst worden
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Dialoge, die teilweise zwischen ironisch und unfreiwillig komisch pendeln

Warum der Film heute Kultstatus hat
Als „Howling III“ wurde der Film in den USA zwar als offizieller Teil der „Howling“-Reihe vermarktet, hat aber inhaltlich nichts mit den Vorgängern zu tun. Genau das macht ihn für Trash‑ und VHS‑Fans so spannend:
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Er ignoriert gnadenlos die bisherigen Storylines.
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Er mischt Genres, als gäbe es keine Regeln.
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Er liefert Szenen, die zwischen unfreiwilliger Komik und schräger Genialität schwanken.
Wer hier ernsthaften Horror erwartet, wird enttäuscht. Wer aber einen schrägen, leicht absurden 80er‑Werwolf‑Trip sehen will, bekommt ein echtes Kuriositäten‑Kabinett.
Fazit – Beuteltier‑Horror zum Schmunzeln
„Wolfmen“ ist weniger Werwolf‑Schocker als vielmehr eine pelzige Freakshow mit satirischem Unterton. Man spürt, dass Mora hier mehr wollte als ein klassisches B‑Movie – aber genau dieses Überambitionierte macht den Film so charmant.
Für Horrorpuristen ist das sicher nix. Für Fans von schrägem 80er‑Video‑Kult, die auch mal über Känguru‑Werwölfe lachen können, ist es dagegen ein Must‑See.
💥 3 von 5 marsupialen Vollmonden – ideal für einen VHS‑Abend mit Bier, Freunden und offenem Mund.
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