Cannibal Apocalypse aka Asphalt-Kannibalen

“Asphalt-Kannibalen” (auch bekannt als Cannibal Apocalypse) ist ein italienischer Horrorfilm von Antonio Margheriti aus dem Jahr 1980. Dieser Kultklassiker ist eine einzigartige Mischung aus Horror, Action und Kannibalismus, die im Laufe der Jahre eine treue Anhängerschaft gewonnen hat. Vor dem Hintergrund eines Amerikas nach dem Vietnamkrieg untersucht der Film die Themen Gewalt, Trauma und die Urinstinkte des Menschen.

Die Geschichte dreht sich um Captain Norman Hopper, gespielt von John Saxon, einem Vietnamkriegsveteranen, der von seinen Kriegserlebnissen verfolgt wird. Hopper führt ein scheinbar normales Leben, bis er beunruhigende Rückblenden auf die Gräueltaten erlebt, die er während des Krieges miterlebt und begangen hat. Auslöser dieser Rückblenden ist die Nachricht von einem kannibalischen Ausbruch in der Stadt.

Hoppers Albträume werden Wirklichkeit, als er auf einen ehemaligen Kameraden trifft, Charlie Bukowski, gespielt von Giovanni Lombardo Radice, der von einem kannibalischen Virus infiziert wurde. Das Virus verbreitet sich durch einen Biss und verwandelt die Infizierten in blutrünstige Kannibalen. Hopper und Bukowski finden sich zusammen mit Hoppers Frau Jane, gespielt von Elizabeth Turner, in einer Stadt wieder, die von Kannibalen überrannt wird.

asphalt-kannibalen 1980 Horror Kritik Retro-Film

Kannibalismus im Krieg

Was “Asphalt-Kannibalen” von anderen Horrorfilmen seiner Zeit unterscheidet, ist die Auseinandersetzung mit den psychologischen Auswirkungen des Krieges auf seine Charaktere. Der Film befasst sich mit dem Konzept der posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) und wie sie zum Zusammenbruch des moralischen Kompasses führen kann. Hopper, der einst ein hochdekorierter Soldat war, erliegt seinen gewalttätigen Instinkten und spiegelt damit die Kannibalen wider, gegen die er kämpft.

Der Film berührt auch das Thema des gesellschaftlichen Zusammenbruchs. Während sich das kannibalische Virus ausbreitet, kommt es zu Chaos und die Stadt versinkt in Anarchie. Die Überlebenden sind gezwungen, sich ihren dunkelsten Ängsten zu stellen und schwierige Entscheidungen zu treffen, um ihr Überleben zu sichern. Diese Untersuchung des Zusammenbruchs gesellschaftlicher Normen verleiht dem Film eine zusätzliche Tiefe und hebt ihn über einen einfachen Horrorfilm hinaus.

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Gewalt strapaziert die Nerven in Asphalt-Kannibalen

“Asphalt-Kannibalen” ist nichts für schwache Nerven. Der Film ist berüchtigt für seine drastische Gewaltdarstellung und sein Blut, das selbst nach damaligen Maßstäben als extrem galt. Die kannibalischen Szenen sind eindringlich und schockierend und hinterlassen beim Zuschauer einen bleibenden Eindruck. Allerdings erfüllt die Gewalt in der Erzählung einen Zweck, indem sie die ursprüngliche Natur der infizierten Charaktere und den Abstieg in die Barbarei betont.

Trotz seines kontroversen Inhalts hat “Asphalt-Kannibalen” im Laufe der Jahre eine treue Fangemeinde aufgebaut. Er gilt als Kultklassiker des Horror-Genres und wird für seine einzigartige Mischung aus Horror, Action und Gesellschaftskommentar geschätzt. Die düstere Atmosphäre, die intensiven Darbietungen und die schockierenden Bilder des Films haben ihn zu einem Favoriten unter Horror-Enthusiasten gemacht.

“Asphalt-Kannibalen” zeichnet sich auch durch seine technischen Errungenschaften aus. Die Spezialeffekte des Films, insbesondere das Make-up und die praktischen Effekte zur Darstellung der kannibalischen Verwandlungen, sind angesichts des begrenzten Budgets der Produktion beeindruckend. Die Kameraführung und der Schnitt schaffen effektiv eine angespannte und klaustrophobische Atmosphäre, die das allgemeine Gefühl der Angst noch verstärkt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass “Asphalt-Kannibalen” ein Horrorfilm ist, der Grenzen überschreitet und seine Zuschauer herausfordert. Es untersucht Themen wie Gewalt, Trauma und den Zusammenbruch gesellschaftlicher Normen in einem Nachkriegsumfeld. Die grafische Gewalt und die schockierenden Bilder des Films sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für diejenigen, die das Genre schätzen, bietet er ein einzigartiges und zum Nachdenken anregendes Erlebnis. “Asphalt-Kannibalen” bleibt ein Kultklassiker, der das Publikum weiterhin mit seiner rohen Intensität und seinen sozialen Kommentaren in seinen Bann zieht.

Regisseur Antonio Margheriti

Der Regisseur Antonio Margheriti, auch bekannt unter dem Pseudonym Anthony M. Dawson, wurde am 19. September 1930 in Rom, Italien, geboren und verstarb am 4. November 2002. Er war ein vielseitiger Filmemacher, der in verschiedenen Genres gearbeitet hat, darunter Horror, Science-Fiction, Abenteuer und Western.

Margheriti begann seine Karriere in den 1950er Jahren und war vor allem für seine Fähigkeiten in den Bereichen Spezialeffekte und visuelle Effekte bekannt. Er arbeitete häufig mit begrenzten Budgets und machte das Beste aus den vorhandenen Ressourcen. Dadurch konnte er oft beeindruckende visuelle Effekte erzeugen.

Im Laufe seiner Karriere drehte Margheriti mehr als 50 Filme. Einige seiner bekanntesten Werke umfassen “Battle of the Worlds” (1961), “The Wild, Wild Planet” (1965), “Castle of Blood” (1964), “Yor, the Hunter from the Future” (1983) und natürlich “Apocalypse Domani” (1980).

Margheriti wurde für seine Arbeit mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter der Golden Grolla Award für “Cannibal Apocalypse” im Jahr 1981. Obwohl seine Filme nicht immer von der Kritik gefeiert wurden, erfreuen sie sich bei Genre-Fans und Liebhabern des italienischen Kinos einer gewissen Beliebtheit.

Musikalische Klänge in Asphalt-Kannibalen

Der Soundtrack von “Asphalt-Kannibalen” (auch bekannt als “Cannibal Apocalypse”) wurde von Alessandro Blonksteiner komponiert. Blonksteiner war ein italienischer Komponist, der in den 1970er und 1980er Jahren häufig Soundtracks für italienische Horrorfilme und Exploitation-Filme schrieb. Sein richtiger Name war Alessandro Centofanti, aber er verwendete das Pseudonym Blonksteiner, um seinen Namen zu internationalisieren.

Der Soundtrack von “Asphalt-Kannibalen” ist von düsteren und bedrohlichen Klängen geprägt, die die Stimmung des Films verstärken. Er verwendet eine Mischung aus elektronischen Klängen, Gitarrenriffs und orchestralen Elementen, um eine bedrohliche und unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Die Musik unterstreicht die Gewalt und Spannung im Film und trägt zur verstörenden Atmosphäre bei.

 

 

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By Stefan Retro

Seit nun mehr zwei Jahrzehnten habe ich mich den Filmen aus den 50er bis Ende der 90er verschworen. Meine private Filmsammlung wächst stetig und hat mittlerweile eine fünfstellige Zahl erreicht. Sei es VHS, HD DVD, DVD, Blu-ray - bei mir findet alles seinen Platz! Kommt mit auf die Reise in die Vergangenheit!

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